Start Alltag in Mumbai Der öffentliche Personennahverkehr

Der Öffentliche Personennahverkehr in Mumbai besteht aus Bussen, Nahverkehrszügen und Taxis. Die Taxis gibt es in mehreren Varianten: als  Auto, mit Klimaanalge (silber-grau) oder ohne (schwarz-gelb). Dann gibt es noch die offenen dreirädrigen Autoriskshaws.Die Riskhaws, die ansonsten jede Strasse von indischen Grossstädten unsicher machen, dürfen nur ausserhalb der Innenstadt fahren. In Downtown-Mumbai ist man also auf die vierrädrigen Autotaxis angewiesen. Wenn man von den Aussenbezirken mit der Autoriskhaw in die Innenstadt will, muss man an der Stadtgrenze umsteigen. Fahrradriskhaws oder gar Fussgängerrikshaw gibt es in Mumbai nicht.

Eine U-Bahn ist zwar geplant und angeblich hat der Bau schon angefangen. Aber sie existiert noch nicht.

Real ist dagegen die indische Eisenbahn. Die Nahverkehrszüge sind das wichtigste Verkehrsmittel für die Pendler aus den Aussenbezirken.

Die Züge machen zwar optisch nicht den allerbesten Eindruck, gelten jedoch als sehr zuverlässig. Als mein Fahrer mal einige Tage mit Malaria ausfiel, bin ich mit dem Zug zur Arbeit gefahren. Eine Monatskarte 2. Klasse von den nördlichen Aussenbezirken zu den drei wichtigsten Bahnhöfen Central, Churchgate oder Victoria Station kostete 2006 umgerechnet 2 Euro. Ich bin aber doch lieber 1. Klasse gefahren. Einen Wagenstandsanzeiger gibt es nicht, die Haltebereiche für die erste Klasse ist an den indischen Bahnhöfen gelb markiert. Die Bahnhöfe sind mehrsprachig ausgewiesen (also Englisch und Marathi). Allerdings gibt es nur wenige von den englischen Schildern. Wenn der Bahnsteig voll ist (was häufig vorkommt), ist es manchmal schwierig, im richtigen Bahnhof auszusteigen.

Immer wieder sieht man Leute auf dem Dach mitfahren. Das ist natürlich verboten und zudem lebensgefährlich. Ob es nur der gewisse Kick ist oder ob die Leute das Geld fürs Ticket sparen wollen, ist nicht ganz klar.

Auf den Bahnhöfen sieht man immer wieder ganze Heerscharen beim Überqueren der Schienen. Im Hintergrund sieht man die Überführung, die aus Bequemlichkeit nicht benutzt wird. Die Folge davon ist, dass regelmässig Leute in Bahnhöfen vom Zug erfasst werden. Ein indischer Arbeitskollege von mir verlor so durch Unachtsamkeit sein linkes Bein bis zum Knie - er sah den Zug zwar rechtzeitig, knickte aber um und blieb im Gleis hängen.

Eine Besonderheit in den indischen Zügen sind die Abteile nur für Frauen. Aus Schutz vor sexuellen Belästigungen hat man diese eingerichtet. Diese Abteile sind in mehreren Sprachen (u.a. in Englisch) klar gekennzeichnet

So sieht es im Innern aus, wenn der Zug halbleer ist. Die Türen bleiben während der Fahrt immer offen. Es ist daher ratsam sich gut festzuhalten. Einmal bin ich (allerdings in Begleitung eines indischen Arbeitskollegen) während der Rush Hour in der zweiten Klasse gefahren. Das ist schon ein Erlebnis. Beim Einsteigen wird gedrängelt und man muss sich ein kleines Plätzchen sichern und gut festhalten. Der richtige Mumbaikar steht in der Nähe der immer offenen Türen und hält sich mit einem Arm fest, so dass er den zweiten frei hat zum Drängeln. Das Aussteigen an der richtigen Station ist nicht einfach, wenn die Wagen gedrängt voll sind. Man muss unter Körpereinsatz sich raus kämpfen, bevor die wartenden einsteigenden Massen einen zurückdrücken.