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Agra und Mathura

Agra haben wir als Kleingruppe besucht. Neben Birgit und meinen Eltern waren Kishor und Neha mit dabei. Kishor und Neha kannten Agra auch noch nicht. Kishor ist wie ich Chemiker, hatte bereits einen knapp zweijährigen Arbeitsaufenthalt in Deutschland absolviert. Im eigenen Land kannte er sich aber nicht aus. Kein Einzelfall -die meisten Inder besuchen nämlich in ihrem Urlaub ihre Verwandschaft in ihren Heimatorten.Da es von Mumbai nach Agra keine direkte Flugverbindung gab, sind wir mit dem Express-Zug gefahren. Das ging auch ganz gut, der Zug fährt abends gegen 19.00 Uhr ab und ist am nächsten Tag am späten Vormittag in Agra.Er hielt nur zwölfmal auf der knapp 1800 km langen Strecke. Wir sind nicht bis Agra durchgefahren, sondern sind in Mathura (60 km nordwestlich von Agra) ausgestiegen - auf Wunsch von Kishor. Mathura ist nämlich der Geburtsort von Krishna. Hier hat Krishna zudem seine Jugend verbracht. Jeder Hindu möchte daher gerne nach Mathura.

Mathura

In Mathura gibt es einen grossen Krishna Tempel. Uns fielen die starken Sicherheitsvorkehrungen auf. Taschen mussten eingeschlossen und Handys abgegeben werden, wir wurden durchsucht. Der Tempel selbst ist an der Stelle erbaut, an der Krishna zur Welt gekommen sein soll. Überall gibt es Läden mit Krishna-Souvenirs.

Dann kamen wir noch an der Stelle vorbei, wo Krishna in seiner Jugendzeit über 10.000 Freundinnen hatte.

Agra

Nach dem Besuch von Mathura ging es dann weiter nach Agra. Agra mit seinem Taj Mahal ist das Touristenzentrum von Indien. Weltkulturerbe, eines der sieben modernen Weltwunder - für das Taj gibt es eine Menge Superlative.  Ein Besuch lohnt sich trotz des Massentourismus und seinen Folgen. Ausser dem Taj ist aber auch noch das Rote Fort sehenswert. Daneben ist Agra für seine Mamorarbeiten (Pietra Dura, Einlegearbeiten mit Halbedelsteinen) bekannt. Die Sachen sind allerdings nicht billig. Es gibt auch genug Touristen in Agra, die die geforderten Preise zahlen - feilschen ist daher nur begrenzt möglich.

Das Taj kann man schon von weitem sehen. Wir haben im Zentrum in einem Hotel mit Dachterasse übernachtet. Von dort hatten wir schonmal einen ersten Blick.

Taj Mahal

Das Taj ist wohl aus zwei Gründen so berühmt: zum einen ist es das Ergebnis einer Liebesgeschichte. Shah Jahan baute es als Mausoleum für seine zweite Frau Mumtaz, die bei der Geburt ihres 14. Kindes starb. Zum anderen ist die gesamte Konstruktion sehr symmetrisch und harmonisch in den Proportionen.  Das Taj selbst mit den Minaretten steht auf einer Marmorplattform. Die Höhe der Minarette ist genau mit dem Hauptgebäude abgestimmt. Auch die übrigen Gebäude, die ganze Anlage strahlt Harmonie aus - alles passt zueinander. Für den Bau wurde nur das beste Material der damaligen Zeit verwendet.

Bevor man die Taj-Plattform betritt, muss man die Schuhe ausziehen.

Links und rechts vom Taj stehen zwei Gebäude, die absolut gleich aussehen - das eine ist die Moschee. Das andere Gebäude wurde nur aus Symmetriegründen errichtet - eine offizielle Funktion hatte es nicht.

Am Taj-Gebäude selbst beeindrucken die Marmorarbeiten mit den vielen Halbedelsteinen.

Ittimad ud Daulah
Das ist ebenfalls ein Grabmal aus der Mogulzeit - hier für einen persischen Minister von Jehangir. Es entstand zwischen 1622 und 1628, also einige Jahre vor dem Taj. Die Anlage ist nicht mit dem Taj vergleichbar, aber unbedingt sehenswert. Auch wenn es ketzerisch klingt: die Marmorarbeiten im Detail sind eher noch schöner wie beim Taj.

Das Rote Fort von Agra