Start Orissa

Der indische Bundesstatt Orissa liegt ein bisschen abseits der klassischen Touristenrouten im Nordosten des Subkontinentes.

Wir (meine Eltern, Birgit und ich) sind mit Indian Airlines von Mumbai via Raipur nach Bhubaneshwar geflogen und mit dem Auto nach Puri weitergefahren. Puri ist ein bekannter Badeort und es gibt eine Vielzahl von Hotels. Der Strand von Puri ist breit und baumlos. Nur zum Baden braucht man nicht hierhin zu kommen, da sind die Strände in Goa oder Kerala schöner. Aber Puri eignet sich als Standort für die Besichtigung von Konarak und Bhubaneshwar.

Allein schon wegen des Sonnentempel von Konarak lohnt sich eine Reise nach Orissa. Ausserdem ist die Gegend zwischen Konarak und Puri berühmt wegen ihrer Steinmetze. Hier kann man den Künstlern bei der Arbeit zusehen. Ganz billig sind die Sachen nicht, aber Handeln ist natürlich möglich und nötig. Neben der Gegend um Mahaballipuram ist das wohl der beste Ort in Indien, Steinskulpturen oder Figuren in Topqualität zu bekommen.

Von Bhubaneshwar sind wir dann mit Indian Airlines weiter nach Chennai geflogen.

Bhubaneshwar


Im Zentrum von Bhubaneshwar steht der Lingaraj-Tempel. Es ist einer der wenigen grossen Tempeln in Indien, die nur Hindus zugänglich ist. Touristen ist der Zugang verboten. Es gibt auch keine Priester, die Ausländer für ein Trinkgeld reinlassen. Als wir dort waren, stand an dem Tag ein Bericht über einen Einheimischen in der Zeitung, der vor Gericht stand, weil er einen Europäer mitreinschmuggeln wollte. Laut Lonely Planet haben sie selbst Indira Gandhi nicht reingelassen, weil ihr Mann Parse war. Es gibt eine Aussichtsplatform, von der man einen Blick in den Innenhof des Tempels werfen kann.

In die anderen Tempel dürfen auch Ausländer hinein.

Die wichtigsten sind: a) der Mukteshwar Tempel aus dem 10. Jh. ...

...und der etwas jüngere Raja Rani Tempel, um 1100 n.Chr. errichtet.

Der Sonnentempel von Konarak

Man muss nicht alle Tempel Indiens gesehen haben, aber der Sonnentempel von Konarak ist sicherlich einer der gewaltigsten und schönsten Anlagen.

Der Tempel stellt einen kosmischen Wagen für den Sonnengott Suriya dar. Sieben Pferde sind dem Wagen vorgespannt.

Insgesamt gibt es 24 Wagenräder, die um den Tempelsockel herum angelegt sind. Der ganze Tempel und auch alle Wagenräder sind mit Steinreliefs bedeckt.

Auf den Speichern der Räder findet man Alltagsszenen, aber auch viele erotische Darstellungen mit in sich verschlungenen Paaren. Im Vergleich zu den Tempeln in Khajuraho sind die erotischen Steinreliefs seltener, dezenter und sehr viel kleiner. Allgemein sind die Figuren nicht ganz so gut erhalten in ihrem Detailreichtum wie in Khajuraho, was einfach an einer anderen Steinart liegen dürfte.

Um den ganzen Sockel des Tempels herum findet sich kaum eine Stelle, die nicht von Figuren unterschiedlichster Grösse oder Ornamenten bedeckt ist. Der Tempel wurde im 13. Jahrhundert angelegt, aber spätere Plünderungen und Wind und Wetter liessen den ursprünglichen Tempelturm in sich zusammenfallen. Abe auch im heutigem Zustand ist noch viel von der ursprünglichen Pracht zu erkennen.

Stufen führen auf eine Tempelhalle oberhalb des Sockels.

Hier findet man drei überaus fein und detailreich gearbeitete Statuen des Sonnengottes Surya, dem die Anlage gewidmet ist. Das für die Figuren verwendete Gestein ist ein härterer Chloritstein.

Unterwegs in Orissa sieht man noch viele Ochsenkarren mit riesigen Rädern, die an den Sonnentempel erinnern.

Unterwegs hielten wir auf der Strasse nach Puri nach bei einem der erwähnten Steinmetzen. Mein Vater erstand nach einigem Feilschen schliesslich einen reich verzierten Elefanten. Mit Sockel wog das gute Stück 18 kg.

Von Bhubaneshwar flogen wir weiter nach Chennnai. Wir flogen mit Indian Airlines. Es war eine Boeing, die sicher schon einige Jahre auf dem Buckel hatte. Aber von Bhubaneshwar nach Chennai sind es knapp 2000 Kilometer auf der Strasse - und der Überlandverkehr auf der Strasse ist auch nicht ohne Risiken.