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Ahmedabad

Ahmedabad ist mit 5 Millionen Einwohnern die grösste Stadt Gujarats. Auf der einen Seite sind die ganzen Probleme der indischen Grosstädte (Smog, Verkehr, Umweltverschmutzung) sehr deutlich sichtbar, auf der anderen Seite hat Ahmedabad sehr sehenswerte Moscheen, einen imposanten Stufenbrunnen und ein Textilmuseum von Weltruf. Alkohol gibt es nur in ganz wenigen Hotels (z.B. im Taj-Hotel) - Gujarat ist ansonsten trocken.Fazit: Die Lebensqualität in Mumbai ist deutlich besser, aber für ein Wochenende lohnt sich ein Besuch.

Impressionen von einem Wochenende in Ahmedabad:

Die grosse Moschee (Jami Masjid) von Ahmedabad aus dem Jahre 1423 liegt etwas versteckt. Sie sieht von aussen nicht wie eine Moschee, sondern eher wie eine Palastanlage aus. Die Minarette der Moschee wurden nämlich durch ein Erdbeben im Jahre 1818 zerstört.

 

Die grosse Gebetshalle wird von zahlreichen Säulen gestützt.

 

Die kleine Rani-Sipri Moschee gilt als die schönste Moschee von Ahmedabad. Sie wurde von Rani Sipri, einer Frau des Sultans Mahmud Begara 1514 gestiftet, nachdem ihr Mann den gemeinsamen Sohn hatte töten lassen.

Zum Bau der Moschee hat man wohl die besten Steinmetze zur Verfügung gehabt. Die Säulen der Moschee sind auf jeden Fall mit überall Ornamenten verziert.

Gegenüber der Moschee liegt Rani Sipri in einem kleinen Mausoleum begraben.

Die ebenfalls recht kleine von aussen unscheinbare Sidi Sahya Moschee liegt an einer belebten Strasse.  Das Innere der Moschee mit der Gebetsnische ist vergleichsweise schlicht.

Berühmt ist die Moschee wegen ihrer feingearbeiteten Marmorfenster. Baumartige Motive und andere Ornamente finden sich hier.

Der Sabarmati-River, der durch die Stadt fliesst, wird während der Trockenzeit zu einem Rinnsal.

Ahmedabad war früher ein Zentrum der Textilindustrie. Auch heute noch gibt es einen grossen Basar voller Bekleidungsgeschäfte.

Das Calico-Textilmuseum sollte man unbedingt anschauen, wenn man sich nur ein bisschen für indische Stoffe, Kleidung und sonstiges Kunsthandwerk interessiert. Ausgestellt sind jahrhundertealte Textilien (inklusive Teppiche). Leider sind einige sehr schöne Exemplare zum Schutz in Plastikfolie eingepackt. Dafür halten sie dann auch länger. Im Museum darf man nicht photographieren.

Eine Besonderheit, die man nur im Nordwesten von Indien findet, sind die Stufenbrunnen (stepwell). Es handelt sich hierbei um begehbare Brunnen. Treppenstufen führen in den Brunnenschacht bis zum Grundwasser. Da zu einer vernünftigen Treppe ein Treppenhaus gehört, wurden um die Treppen herum mehrstöckige Gebäude angelegt. Die Stufenbrunnen sind oft vier bis fünf Stockwerke tief in die Erde gebaut. Die grossen Stufenbrunnenanlagen ähneln unterirdischen Palästen. Im Stadtzentrum von Ahmedabad gibt es einen Stufenbrunnen, der sich zur Einstimmung bestens eignet.

Die Stufenbrunnen von Ahmedabad (Dada Hari-ni Vav) entstand im Jahre 1501. Er hat mehrere Zwischendecken, die Wände sind mit Ornamenten verziert.

Unten war der Rest des Schachtes abgedeckt - zur Wasserversorgung taugt der Brunnen nicht mehr.

Direkt über dem Brunnen befindet sich der nach oben offene Lichtschacht.

Die Treppen nach unten sind überdacht. Unten im Brunnen ist es nicht schön kühl, sondern schön heiss und durch die anwesende Feuchtigkeit unangenehm feucht.

 

Ein noch grösserer Stufenbrunnen (Adalaj Vav) befindet sich in Gandhinagar, etwa 20 km nördlich von Ahmedabad. Ebenerdig sieht die ganze Anlage recht unspektakulär aus. Mittags fällt am meisten Licht in den Brunnen.

Der Stufenbrunnen ist über fünf Stockwerke angelegt.

Mit den weitläufigen Säulenhallen hat das ganze einen gewissen Labyrinthcharakter.

Der schönste Stufenbrunnen befindet sich etwa 100 km von Ahmedabad in Patan (s. gesonderte Beschreibung).