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Ganesh-Chaturti

Das Ganesha Festival ist das längste, grösste und wichtigste Fest in Mumbai. Das grösste Festival findet im September statt. Der Elefantengott Ganesha besucht die Gläubigen....er bleibt maximal 10 Tage. Lord Ganesha kommt jedes Jahr zu den Menschen und bleibt aber maximal 11 Tage. Die Aufenthaltzeit bzw. die Standzeit der Figur richtet sichd abei nach der Grösse und ist genau vorgeschrieben. Die grössten meterhohen Idole bleiben die ganze Zeit. Kleinere Ganeshas in den Familien bleiben in der Regel 3 - 5 Tage, ganz kleine auch nur einen Tag.  Zum Abschied  (immersion) werden die Statuen dann während einer feierlichen Prozession ins Meer getragen. Die kleinen Statuen werden von den Gläubigen getragen, die grösseren werden in LKWs oder selbstgebauten Wagen Richtung Meer geschafft.

Die Immersion Days liegen dabei genau fest, auch gibt es überall  festgelegte Stellen, wo die Statuen dem Meer übergeben werden.

Überall in Mumbai werden für Ganesh Chaturthi schon Wochen vorher in kleinen Werkstätten Ganesha-Figuren hergestellt. Die Figuren bestehen aus einer Mischung von Gips und Pappmache, die anschliessend bemalt werden.

Diese kleinen Ganeshas werden von Privatleuten gekauft.

Die grossen Ganeshas der Hausgemeinschaften ("societies") kann man nicht kaufen. Sie entstehen in monatelanger Handarbeit. Jede Society stellt die Statue nach ihren Vorstellungen her. So entstehen überall Kunstwerke, die nur während des Festivals bestaunt werden können. Diese grossen Statuen sind öffentlich zugänglich und es herrscht ein reger Wettstreit untereinander, wer den spektakulärsten Ganesha beherbergt.

Die folgenden Bilder zeigen einige interessante Ganesha Figuren:

Die Figuren sind in eigens dafür hergestellten Räumen untergebracht. Hier hatte man eine komplette Grotte aus Pappmache hergerichtet.

Der folgende Ganesha steht auf Zehenspitzen und  scheint  geradezu zu schweben.

Bei der Anfertigung des Ganeshas ist der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Hier ein moderner abstrakter Ganesha als PC-Monitorbild:

Es dürfen auch exotischere Materialien sein. Ein besonders ausgefallener Ganesha bestand aus mehreren Tausend Kokosnüssen.

Die spektakulärsten Ganeshas erscheinen natürlich in den Zeitungen und bringt der Society jede Menge Anerkennung. Man muss auch sagen, dass das gemeinsame Herstellung der Statuen das soziale Miteinander in den Wohnblocks sehr fördert.

Ein Besuch beim Lalbaughcha Raja:
Eine der bekanntesten grossen öffentlichen Ganesha-Statuen wird jedes Jahr in Lalbaugh, einem Viertel in Central Mumbai, aufgestellt. Zu diesem sogenannten Lagbaughcha Raja (Raja= König) pilgern jedes Jahr innerhalb weniger Tage mehrere Millionen Gläubige. Die Wartezeit zum Ganesha beträgt normalerweise mehrere Stunden.

Normalerweise...denn ich hatte das Glück, dass mein Arbeitskollege Shrirang in der Nähe wohnte. Er kannte einen Schleichweg von hinten, wo die Ortskundigen in einer wesentlich kürzeren Schlange standen. Nach kurzer Wartezeit war es dann soweit..


Ich stand vor dem Lalbaughcha Raja. Die Statue ist mehrere Meter hoch und hat Füsse aus reinem Gold. Diese goldenen Füsse werden natürlich nicht ins Meer getragen, sondern wiederverwendet.

Vorne am Ganesha hatte ich nur wenige Sekunden Zeit. Es bleibt Zeit für eine kurze Andacht, dann drängen die Masse dahinter nach. Aber trotz Hektik und Gedränge: die Atmosphäre ist beeindruckend. Fast hätte ich das Photo vergessen.

Ablauf des Festivals: Mein Kollege Chandra hatte mich eingeladen, Ganesh Chaturthi innerhalb seiner Familie zu begehen. Am ersten Tag von Ganesh Chaturthi ging es erst mal los zum Einkaufen. Eine Ganesha-Statue musste gekauft und hergerichtet werden.

Mit dem erstandenen Ganesha ging es dann nach Hause.

Die Statue wird von der Familie bei der Ankunft mit allen Ehren in Empfang genommen.

 


Damit sich Lord Ganesha während seines Aufenthaltes auf Erden wohlfühlt, müssen eine Reihe Dinge beachtet werden. Die Statue musste verziert werden, ein Altar musste drumherum aufgebaut werden. Lichterketten durfte nicht fehlen. Vidya - Chandras Frau - ist für die Vorbereitung zuständig. Normalerweise trug sie Jeans und T-Shirt, aber zu Ehren Ganeshas zog sie einenein guten Sari an.

Irgendwann war dann der Altar fertig, die Kerzen, Obst und anderen Kleinigkeiten gerichtet. Flankiert wurde Lord Ganesha von zwei Pfauen.

Ganesha mag Süssigkeiten...daher musste immer süsses Gebäck bereitliegen. Die Lichterketten mussten Tag und Nacht blinken. Wenn die bunten Lichterketten des Altars defekt sind, gilt das als schlechtes Omen, dann sollten sie sofort repariert werden.

Ausserdem mag Ganesha keine Schlösser, daher werden häufig die Türen nicht abgeschlossen, solange er da ist. Praktisch heisst das, dass immer jemand in der Wohnung sein muss, um Einbrüche zu verhindern. Lord Ganesha stellt also durch Ansprüche, die Aufwand und Arbeit für die Gläubigen bedeuten. Mein Kollege Chandra stellte den Ganesha daher in seiner 1-Raum-Junggesellenwohnung auf, die ansonsten leer war. Wenn ein Mieter länger als fünf Jahre in einer Wohnung wohnt, kann er gegen seinen Willen nicht mehr aus der Wohnung vertrieben werden und erwirbt einen Anspruch auf die Wohnung. Infolgedessen laesst man eine Wohnung, die man nicht benötigt, lieber leer stehen. Es ist daher auch schwierig, längere Mietverträge zu bekommen.

Der Abschied von Ganesha (Immersion Day): Lord Ganesha kommt jedes Jahr zu den Menschen, bleibt aber maximal 11 Tage. Die Aufenthaltzeit bzw. die Standzeit der Figur richtet sich dabei nach der Grösse und ist genau vorgeschrieben. Die grössten meterhohen Idole bleiben die ganze Zeit. Kleinere Ganeshas in den Familien bleiben in der Regel 3 - 5 Tage, ganz kleine auch nur einen Tag. Am letzten Tag wird Ganesha in einer feierlichen Prozession ins Meer getragen (Immersion).

Der Immersion Day von Chandras Ganesha begann mit einer Abschluss-Puja in der Wohnung. Chandra als Hausherr leitete den Gottesdienst.


Bevor der Transport begann, gab es noch ein vegetarisches Essen auf dem Bananenblatt.


Kleinere Statuen werden zum Meer getragen. Das Familienoberhaupt ist für den Transport verantwortlich. Zu den Sachen, die Lord Ganesha nicht mag, zählen auch Schuhe. Daher musste Chandra barfuss laufen.

Zum Glück ist Mumbai eine Halbinsel und es sind meist nur wenige Kilometer zum Meer. Während der Immersion Days sind Tausende unterwegs mit ihren Figuren.

Der Transport der Ganesha-Figur zum Meer wird dabei zu einer grossen Party.

Es wird getanzt, musiziert, dabei auch kräftig getrunken. Damit sich die einzelnen Cliquen in der Menge nicht verlieren, werden Absperrseile verwendet.

Die Lieblingsfarbe von Ganesha ist rot, daher färben sich viele Gläubige entsprechend ein.


´Beliebt sind auch Rauchbomben in allen möglichen Farben....die Stimmung ist ausgelassen und nie aggressiv.


Am Meer angekommen, wird eine letzte kleine Andacht abgehalten und die letzten Süssigkeiten verteilt.


Jetzt hiess es Abschied nehmen von Lord Ganesha. Die kleineren Figuren wurden von Schwimmern entgegengenommen und weiter draussen im Meer versenkt. Das eigenmächtige Versenken ist nicht gestattet. Zum einen können die meisten Inder ehe nicht schwimmen und die Statuen sollen nicht in Strandnähe versenkt werden und mit der nächsten Flut wieder angespült werden.




Der letzte Tag - Immersion der grossen Ganeshas: Im Prinzip läuft die Zeremonie für die grossen Statuen genauso ab wie bei den kleinen Privat-Ganeshas. Der Transport der grössten Statuen erfolgt nachts. Das Gedränge ist dabei sehr gross, es sind Millionen Zuschauer beim grossen Umzug dabei.

Ich habe den Umzug in der Nähe meiner Wohnung in Mahalakshmi miterlebt.

Grössere Ganesha Figuren wurden in LKWs transportiert. Damit Ganesha ordentlich beleuchtet werden kann, wurde oft noch in einem Anhänger ein Generator mitgenommen. Der machte zwar ordentlich Krach - das stört in Indien aber niemand.

Die grösseren Figuren wurden auf Boote verladen und ein Stück aufs offene Meer gefahren.



Aktualisiert (Sonntag, den 24. April 2011 um 00:17 Uhr)