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Makar Sankranti

Makar Sankranti, auch Kite (Drachen)festival genannt, wird immer am 14. Januar gefeiert. Das Drachenfestival stammt ursprünglich aus Gujarat. An diesem Tag trifft man sich auf den Häuserdächern mit den Nachbarn und lässt Papierdrachen steigen..

Wir waren bei meinem Arbeitskollegen Kishor eingeladen. Dabei geht es nicht darum, einen Drachen in die Luft zu bekommen oder den schönsten Drachen zu prämieren.

Es geht vielmehr darum, den Drachen der anderen zum Abstürzen zu bringen. Dies wird dadurch erreicht, dass man mit der eigenen Schnur die des anderen durchtrennt. Da gehört allerdings etwas Übung dazu, sonst stürzt  nach kurzem Luftkampf der eigene Drachen ab. Am Schluss hatten wir alle im Schnitt 5 Drachen verbraucht...und es hat Spass gemacht.

Am Abend findet man daher Tausende von Drachen in den Strasse und auf den Bäumen.


 

Navrati Tanzfestival

Navrati (wörtlich "9 Tage") beginnt nach Dussehra so Ende September/Anfang Oktober.  Neun Tage lang wird überall in Mumbai öffentlich getanzt.

Die meisten Events finden im Freien statt. Es gibt grosse öffentliche Parties, wo Tausende zusammenkommen, aber auch viele kleinere Veranstaltungen, die von den einzelnen Wohnblocks organisiert werden.

Zunächst besuchten wir eine grosse öffentliche Veranstaltung. Hier zahlt man Eintritt, eine Band spielt und das ganze ist recht professionell aufgezogen. Am Eingang des Geländes grüsst Lord Ganesha.

Getanzt wird in Figuren bzw. in Gruppen, jedoch nicht paarweise, sondern einzeln.

Getanzt wird in oft in traditioneller Kleidung und barfuss. Die Frauen kommen bei indischen Festen viel häufiger in traditionellen Kleidern. Die Männer tun sich da häufig schwer. Aber Parag, mein Bürokollege, der mich auf diesen Anlass mitnahm, hatte sich auch in Schale geworfen. Er und seine Frau Rashmi kommen aus Gujarat, sie machen jedes Jahr bei Navrati mit.

Bei jeder Party findet man auch einen Schrein. Zwischen zwei Tänzen wird dort mal kurz gebetet...die Religionsausübung ist perfekt in die Party integriert..

Getanzt wird in Figuren bzw. in Gruppen, jedoch nicht paarweise, sondern einzeln.

Überall in Mumbai sind während des Navrati-Festes die öffentlichen Strassen mit Lichtergirlanden geschmückt. Da uns die erste Navrati-Party gut gefallen hatte, lud uns Parag einen Tag später nochmals zur Navrati Party, diesmal in Dahisar ganz im Norden von Mumbai.


In provisorischen Zelten werden Shrine aufgestellt, hier zu Ehren der Göttin Durga.


Man schaut man kurz bei der vielarmigeni Durga vorbei, verweilt kurz zum Gebet und geht danach zum Tanzen.


Zur Feier des Tages ziehen die Frauen ihre schönsten Saris an. Getanzt wird einzeln in Formation, meist im Kreis. Das Mitmachen fällt leicht, die Schritte im Rhythmus, verbunden mit Drehen und Klatschen...


Auf dieser Party in Dahisar dürften so an die 2000 Leute gewesen sein. Wir waren die einzigen Ausländer und wurden sogar kurz auf die Bühne gebeten und von den Organisatoren vorgestellt.
Auch die Kleinsten sind mit dabei - an Mamas Hand werden die Schritte geprobt.

Zum Originaltanz zu Navrati gehören eigentlich die Stäbe. Heutzutage sieht man die eher selten. Aber auf der kleinen Tanzparty des Häuserblockes, dort wo mein Arbeitskollege wohnte, konnten wir das "orginal dancing with sticks" noch sehen.


Holi

Holi ist das Festival der Farben. Es fällt normalerweise in den Monat März. In Mumbai wird Holi an zwei Tagen gefeiert. Aber nur am zweiten Tag finden die eigentlichen Aktivitäten mit Farben statt...Man trifft sich morgens mit Freunden und Nachbarn. Als erstes bekommt jeder Teilnehmer einen Eimer Wasser über den Kopf. Derart durchnässt, zieht man anschliessend mit Kollegen und Freunden los. An jeder Strassenecke kann man kleine Beutel, gefüllt mit wasserlöslichen Farben bekommen. Nun gilt es, jeden der einem entgegenkommt und den man kennt, zu begrüssen und dabei gründlich mit Farbe einzureiben- schon nach kurzer Zeit kann man die einzelnen Leute kaum noch auseinanderhalten. Auf der Strasse trifft man niemanden, der nicht eingefärbt ist. Entweder man macht mit oder man bleibt an diesem Tag zu Hause und verbarrikadiert sich. Denn diejenigen, die man nicht auf der Strasse trifft, werden zuhause besucht...dabei wird dann auch ein Teil der Wohnung eingefärbt. Gegen Mittag ist dann langsam Schluss...danach ist gründliches Duschen angesagt. Aber einige hartgesottene Truppen machen bis zum Abend weiter. Das ganze ist eine grosse Sauerei, macht aber Riesenspass !

Worauf man achten sollte, wenn man bei Holi mitmacht:

- vorher das Gesicht mit einer Fettcreme einreiben

- Kamera daheim lassen....man ist bald von Kopf bis Fuss mit feinen Farbpartikeln bedeckt...

- wenn man doch Bilder von den Beteiligten macht: nur im engsten Freundeskreis zeigen Cool

- nicht alleine, sondern nur in der Gruppe mit Kollegen, die man gut kennt, losziehen. Einige Gruppen übertreiben es -besonders wenn sie angetrunken sind.

- nur wasserlösliche Farben verwenden. Wird man mit Ölfarben eingeschmiert, dauert die Reinigung ungleich länger.

- für den Nachhauseweg ein geschlossenes Taxi (also keine Rikshaw) nehmen und die Fenster geschlossen halten.

Das Bild von einer feiernden Gruppe ist aus sicherer Entfernung aus unserem Wohnzimmerfenster entstanden.

 


Janmashthami

An Janmashthami feiert man den Geburtstag vom Lord Krishna. Abhängig vom Mondkalender wird Janmashthami zwischen Mitte August und Anfang September gefeiert.

Lord Krishna wird überall in Indien verehrt. Er ist eigentlich eine Inkarnation von Vishnu. Als junger Mann hatte Krishna angeblich 17.000 Freundinnen. Eine spielte allerdings bei ihm die erste Geige: die junge Radha, die ihn und sein Flötenspiel stets anhimmelte.

Lord Krishna war als kleiner Junge ständig auf der Suche nach Süssigkeiten. Seine Mutter versteckte daher die Leckereien oben in den Schränken. Aber der Kleine kletterte auf einen Stuhl und gab nicht auf, bis er an die Sachen gelangte.

Diese Szenen aus dem Leben des jungen Krishnas werden heute während Janmashthami überall in Mumbai nachgespielt. Dazu werden in den Strassen von Mumbai in mehreren Meter Höhe Seile gespannt. An den Seilen werden Krüge gehängt, die gefüllt werden. Allerdings kommen keine Süssigkeiten rein, sondern Wasser mit etwas Farbpulver versetzt. Es gilt nun, diese Krüge zu erreichen und zu zerschlagen. Dazu sind keine technischen Hilfsmittel wie Leiter o.ä. erlaubt. Es müssen menschlichen Pyramiden gebildet werden, um die Krüge zu erreichen.

Für eine mittlere 4-5 stöckige Pyramide sind schon 15-20 Leute nötig, für die grösseren noch mehr. Diese Klettergruppen haben sich in Cliquen zusammengeschlossen. Viele treten mit einheitlichen T-Shirts an. Die normalen Krüge sind mit 4-5 stöckige Pyramiden zu erreichen; einige Krüge sind so hoch angebracht, dass 6, 7 oder sogar 8 Stockwerke (layer) nötig sind. Wenn der Krug erreicht und zerschlagen wird, erhält die Clique einen Geldpreis. Natürlich ist der umso höher, je höher der Korb hängt....Die letzte und wichtigste Rolle auf der obersten Position hat dabei immer ein kleiner Junge inne, so um die 10 Jahre. Er muss ganz nach oben klettern, den Krug erreichen und zerschlagen.

Einige Minuten dauert es, bis der Unterbau fertig ist....

...aber dann ist die Pyramide (6 layer) fertig und es geht zum Topf!

Die Zuschauer in den Strassen feuern die Kletterer kräftig an. Allerdings werden aus den umliegenden Häusern auch gerne mit Wasser gefüllte Beutel auf die Kletterer geworfen. Das ganze Spektakel ist natürlich nicht ganz ungefährlich, Stürze mit Verletzen kommen vor. Regelmässig stürzen Pyramiden ein, bevor sie ganz gebildet sind. Das Gedränge ist aber immer so gross, dass die meisten Leute weich fallen.


Saisoneröffnung der Fischer

Ganz im Nordwesten von Mumbai westlich von Malad liegt ein kleines Fischerdorf.Gegen Ende der Regenzeit beginnt für die Fischer wieder die neue Fangsaison. Am ersten Tag treffen sich die Frauen der Fischer, um für eine erfolgreiche Saison und vor allem eine gesunde Wiederkehr ihrer Männer zu beten. Dabei sind die Frauen unter sich, mein Arbeitskollege und ich durften aber dabei sein.

Am Anfang der Zeremonie treffen sich die Frauen mit ihren Kindern am Strand.


Alle stellen sich in einer Reihe auf, die Opfergaben zu Füssen. Dann wird gemeinsam gebetet, für eine gute Fangsaison und eine gesunde Rückkehr der Ehemänner.


Die Kokosnüsse und Blumengebinde werden danach ins Wasser gegeben.Dann kommen auch die Männer dazu.


Auch die Kinder waren dabei fein rausgeputzt, die Mädchen teils weiss geschminkt mit üppigem Schmuck. Auffällig sind die Halsketten. Derartige Ketten tragen normalerweise nur verheiratete Frauen. Da die Mädels auf dem Photo sicherlich noch nicht verheiratet sind, dürfte es sich um eine Verkleidung handeln.


Bei der gesamten Zeremonie waren Kishor, mein indischer Arbeitskollege, der mich ins Fischerdorf begleitet hatte und ich die einzigen Fremden.

Den Frauen und Mädchen hat es dabei genausoviel Spass gemacht, für die Fotos zu posieren. Sie gaben nicht eher Ruhe, bis ich alle einzeln fotografiert hatte.

 


Ganesh-Chaturti

Das Ganesha Festival ist das längste, grösste und wichtigste Fest in Mumbai. Das grösste Festival findet im September statt. Der Elefantengott Ganesha besucht die Gläubigen....er bleibt maximal 10 Tage. Lord Ganesha kommt jedes Jahr zu den Menschen und bleibt aber maximal 11 Tage. Die Aufenthaltzeit bzw. die Standzeit der Figur richtet sichd abei nach der Grösse und ist genau vorgeschrieben. Die grössten meterhohen Idole bleiben die ganze Zeit. Kleinere Ganeshas in den Familien bleiben in der Regel 3 - 5 Tage, ganz kleine auch nur einen Tag.  Zum Abschied  (immersion) werden die Statuen dann während einer feierlichen Prozession ins Meer getragen. Die kleinen Statuen werden von den Gläubigen getragen, die grösseren werden in LKWs oder selbstgebauten Wagen Richtung Meer geschafft.

Die Immersion Days liegen dabei genau fest, auch gibt es überall  festgelegte Stellen, wo die Statuen dem Meer übergeben werden.

Überall in Mumbai werden für Ganesh Chaturthi schon Wochen vorher in kleinen Werkstätten Ganesha-Figuren hergestellt. Die Figuren bestehen aus einer Mischung von Gips und Pappmache, die anschliessend bemalt werden.

Diese kleinen Ganeshas werden von Privatleuten gekauft.

Die grossen Ganeshas der Hausgemeinschaften ("societies") kann man nicht kaufen. Sie entstehen in monatelanger Handarbeit. Jede Society stellt die Statue nach ihren Vorstellungen her. So entstehen überall Kunstwerke, die nur während des Festivals bestaunt werden können. Diese grossen Statuen sind öffentlich zugänglich und es herrscht ein reger Wettstreit untereinander, wer den spektakulärsten Ganesha beherbergt.

Die folgenden Bilder zeigen einige interessante Ganesha Figuren:

Die Figuren sind in eigens dafür hergestellten Räumen untergebracht. Hier hatte man eine komplette Grotte aus Pappmache hergerichtet.

Der folgende Ganesha steht auf Zehenspitzen und  scheint  geradezu zu schweben.

Bei der Anfertigung des Ganeshas ist der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Hier ein moderner abstrakter Ganesha als PC-Monitorbild:

Es dürfen auch exotischere Materialien sein. Ein besonders ausgefallener Ganesha bestand aus mehreren Tausend Kokosnüssen.

Die spektakulärsten Ganeshas erscheinen natürlich in den Zeitungen und bringt der Society jede Menge Anerkennung. Man muss auch sagen, dass das gemeinsame Herstellung der Statuen das soziale Miteinander in den Wohnblocks sehr fördert.

Ein Besuch beim Lalbaughcha Raja:
Eine der bekanntesten grossen öffentlichen Ganesha-Statuen wird jedes Jahr in Lalbaugh, einem Viertel in Central Mumbai, aufgestellt. Zu diesem sogenannten Lagbaughcha Raja (Raja= König) pilgern jedes Jahr innerhalb weniger Tage mehrere Millionen Gläubige. Die Wartezeit zum Ganesha beträgt normalerweise mehrere Stunden.

Normalerweise...denn ich hatte das Glück, dass mein Arbeitskollege Shrirang in der Nähe wohnte. Er kannte einen Schleichweg von hinten, wo die Ortskundigen in einer wesentlich kürzeren Schlange standen. Nach kurzer Wartezeit war es dann soweit..


Ich stand vor dem Lalbaughcha Raja. Die Statue ist mehrere Meter hoch und hat Füsse aus reinem Gold. Diese goldenen Füsse werden natürlich nicht ins Meer getragen, sondern wiederverwendet.

Vorne am Ganesha hatte ich nur wenige Sekunden Zeit. Es bleibt Zeit für eine kurze Andacht, dann drängen die Masse dahinter nach. Aber trotz Hektik und Gedränge: die Atmosphäre ist beeindruckend. Fast hätte ich das Photo vergessen.

Ablauf des Festivals: Mein Kollege Chandra hatte mich eingeladen, Ganesh Chaturthi innerhalb seiner Familie zu begehen. Am ersten Tag von Ganesh Chaturthi ging es erst mal los zum Einkaufen. Eine Ganesha-Statue musste gekauft und hergerichtet werden.

Mit dem erstandenen Ganesha ging es dann nach Hause.

Die Statue wird von der Familie bei der Ankunft mit allen Ehren in Empfang genommen.

 


Damit sich Lord Ganesha während seines Aufenthaltes auf Erden wohlfühlt, müssen eine Reihe Dinge beachtet werden. Die Statue musste verziert werden, ein Altar musste drumherum aufgebaut werden. Lichterketten durfte nicht fehlen. Vidya - Chandras Frau - ist für die Vorbereitung zuständig. Normalerweise trug sie Jeans und T-Shirt, aber zu Ehren Ganeshas zog sie einenein guten Sari an.

Irgendwann war dann der Altar fertig, die Kerzen, Obst und anderen Kleinigkeiten gerichtet. Flankiert wurde Lord Ganesha von zwei Pfauen.

Ganesha mag Süssigkeiten...daher musste immer süsses Gebäck bereitliegen. Die Lichterketten mussten Tag und Nacht blinken. Wenn die bunten Lichterketten des Altars defekt sind, gilt das als schlechtes Omen, dann sollten sie sofort repariert werden.

Ausserdem mag Ganesha keine Schlösser, daher werden häufig die Türen nicht abgeschlossen, solange er da ist. Praktisch heisst das, dass immer jemand in der Wohnung sein muss, um Einbrüche zu verhindern. Lord Ganesha stellt also durch Ansprüche, die Aufwand und Arbeit für die Gläubigen bedeuten. Mein Kollege Chandra stellte den Ganesha daher in seiner 1-Raum-Junggesellenwohnung auf, die ansonsten leer war. Wenn ein Mieter länger als fünf Jahre in einer Wohnung wohnt, kann er gegen seinen Willen nicht mehr aus der Wohnung vertrieben werden und erwirbt einen Anspruch auf die Wohnung. Infolgedessen laesst man eine Wohnung, die man nicht benötigt, lieber leer stehen. Es ist daher auch schwierig, längere Mietverträge zu bekommen.

Der Abschied von Ganesha (Immersion Day): Lord Ganesha kommt jedes Jahr zu den Menschen, bleibt aber maximal 11 Tage. Die Aufenthaltzeit bzw. die Standzeit der Figur richtet sich dabei nach der Grösse und ist genau vorgeschrieben. Die grössten meterhohen Idole bleiben die ganze Zeit. Kleinere Ganeshas in den Familien bleiben in der Regel 3 - 5 Tage, ganz kleine auch nur einen Tag. Am letzten Tag wird Ganesha in einer feierlichen Prozession ins Meer getragen (Immersion).

Der Immersion Day von Chandras Ganesha begann mit einer Abschluss-Puja in der Wohnung. Chandra als Hausherr leitete den Gottesdienst.


Bevor der Transport begann, gab es noch ein vegetarisches Essen auf dem Bananenblatt.


Kleinere Statuen werden zum Meer getragen. Das Familienoberhaupt ist für den Transport verantwortlich. Zu den Sachen, die Lord Ganesha nicht mag, zählen auch Schuhe. Daher musste Chandra barfuss laufen.

Zum Glück ist Mumbai eine Halbinsel und es sind meist nur wenige Kilometer zum Meer. Während der Immersion Days sind Tausende unterwegs mit ihren Figuren.

Der Transport der Ganesha-Figur zum Meer wird dabei zu einer grossen Party.

Es wird getanzt, musiziert, dabei auch kräftig getrunken. Damit sich die einzelnen Cliquen in der Menge nicht verlieren, werden Absperrseile verwendet.

Die Lieblingsfarbe von Ganesha ist rot, daher färben sich viele Gläubige entsprechend ein.


´Beliebt sind auch Rauchbomben in allen möglichen Farben....die Stimmung ist ausgelassen und nie aggressiv.


Am Meer angekommen, wird eine letzte kleine Andacht abgehalten und die letzten Süssigkeiten verteilt.


Jetzt hiess es Abschied nehmen von Lord Ganesha. Die kleineren Figuren wurden von Schwimmern entgegengenommen und weiter draussen im Meer versenkt. Das eigenmächtige Versenken ist nicht gestattet. Zum einen können die meisten Inder ehe nicht schwimmen und die Statuen sollen nicht in Strandnähe versenkt werden und mit der nächsten Flut wieder angespült werden.




Der letzte Tag - Immersion der grossen Ganeshas: Im Prinzip läuft die Zeremonie für die grossen Statuen genauso ab wie bei den kleinen Privat-Ganeshas. Der Transport der grössten Statuen erfolgt nachts. Das Gedränge ist dabei sehr gross, es sind Millionen Zuschauer beim grossen Umzug dabei.

Ich habe den Umzug in der Nähe meiner Wohnung in Mahalakshmi miterlebt.

Grössere Ganesha Figuren wurden in LKWs transportiert. Damit Ganesha ordentlich beleuchtet werden kann, wurde oft noch in einem Anhänger ein Generator mitgenommen. Der machte zwar ordentlich Krach - das stört in Indien aber niemand.

Die grösseren Figuren wurden auf Boote verladen und ein Stück aufs offene Meer gefahren.


Diwali

Diwali (auch Lichterfest genannt) ist im Oktober oder Anfang November. Es ist ein typisches Familienfest.Vom Ablauf her ähnelt es dem Weihnachtsfest. Einmal im Jahr fahren Millionen von Inder in ihren Heimatort. Diwali wird am liebsten mit der Familie gefeiert

Zur Vorbereitung gehört das gemeinsame Anfertigen von Bodenbildern aus Reismehl. Die Zeichnungen werden dabei meist von der Hausfrau mit Hilfe einer Vorlage angefertigt.

Dann kommen noch brennende Kerzen zum Bild und die Wohnungstür wird geschmückt.  Das buddhistische Hakenkreuz (Swastika) dagegen sieht man das ganze Jahr, nicht nur zu Diwali.

Auch die Häuser werden mit kleinen  Laternen und Lichterketten geschmückt.

Natürlich gehört zu Diwali auch die private Puja am Wohnungsaltar.

Abends finden dann überall kleine private Feuerwerke statt.

 

Diwali geht über mehrere Tage. Wir wurden mehrfach eingeladen. Hier sind wir bei  meinem Kollegen Shrirang und seiner Frau Shruti.

Das Programm während Diwali ist immer ähnlich. Zuerst gibt es spezielle Süssigkeiten.

Danach folgte gemütliches Beisammensein mit anschliessendem Abendessen. Danach war es Zeit zum Feuerwerk...

Diese Reismehlzeichnungen findet man während Diwali nicht nur vor den Wohnungstüren, sondern vor vielen Geschäften auf der Strasse.

Die Feuerwerke in den Strassen können dabei ziemlich heftig ausfallen. Allerdings sind Feuerwerke in Indien nichts besonders, zu  vielen Hochzeiten und  Familienfeiern wird geknallt. Nur zu Sylvester ist es weniger üblich....


Dusserah

Dusserah wird meist Anfang Oktober gefeiert. Es hängt mit dem Navrati-Tanzfestival zusammen. An diesem Tag wird in vielen Betrieben am Arbeitsplatz ein Altar aufgebaut und gebetet. Die Arbeitsgeräte werden gesegnet.
Bei uns in der Firma (ein chemisches Forschungszentrum in Goregaon, einem nördlichen Vorort von Mumbai) lief es folgendermassen ab. Dusserah wurde am Freitag vor dem eigentlichen Feiertag (war bei uns frei) gefeiert.
Morgens wurde zunächst in jedem Labor ein Altar aufgebaut. Hier präsentierten sich meine Laborkollegen stolz vor dem fertigen Altar.

Zur Gedenkecke gehörten Reismalereien, Bilder von Lord Ganesha und anderen Göttern, Kerzen...meine Kollegin Payal fertigte hier gerade ein Bildnis zu Ehren Shivas an.

Auch die Gänge wurden verziert. Archana war gerade dabei, ein Bild aus buntem Reismehl nach einer Vorlage anzulegen.

Payal präsentierte den fertigen Altar und die Rituale konnten beginnen.

Am Anfang wurde erstmal eine Kokosnuss geöffnet. Das Öffnen und das Opfern von Kokosnüssen ist Bestandteil von vielen indischen Festen.

Einer nach dem anderen trat an den Altar und betete. Natürlich musste auch ich ran. Zum Abschluss des Gebetes wurde eine süsses Teilchen gereicht.

Hier sieht man die gesegneten Analysengeräte unserer Analytikabteilung. Die Segnung ist eine wichtige Voraussetzung für korrekte Analysen im kommenden Arbeitsjahr.

Nach den vielen Einzelgebeten in den Labors traf man sich im Analytiklabor und Suhas, unser Forschungsleiter bat zum gemeinsamen Abschlussgottesdienst.

Unter dem Bild von Basel, dem Sitz unserer damaligen Zentrale, wurde dieser Gottesdienst gefeiert. Dabei waren alle Mitarbeiter unabhängig ihrer Hierarchie anwesend.Auch die Putzfrauen und das Wachpersonal waren dabei in den hinteren Reihen. Obwohl Dusserah ein hinduistischer Feiertag ist, nahmen nicht nur die Mitarbeiter hinduistischen Glaubens  teil, auch die christlichen und muslimischen Mitarbeiter waren aktiv dabei. Mit anderen Religionen tut man sich viel leichter wie bei uns. Es sei denn, es geht um Heirat.


Nach Abschluss des Gottesdienstes gab es dann wieder Süssigkeiten und Kaffee. Darshan im traditionellen Gewand verteilte das Gebäck.

Die Damen kamen zu Dusserah in ihrem besten Sari.

Die Herren der Schöpfung liefen herum wie immer. Einige wenige kamen im traditionellen weissen Dress. Am nachmittag klang das ganze dann aus -gearbeitet wurde an diesem Tag wenig bis gar nicht.

Hier hatte mein Fahrer Bilal gerade einen Kranz besorgt und damit unser Auto gesegnet. Schaden konnte es ja nicht.


 





Aktualisiert (Sonntag, den 24. April 2011 um 00:17 Uhr)