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Jaisalmer
Die alte Karawanenstadt Jaisalmer inmitten der Wüste Thar gehört mit ihrem riesigen Fort und ihren prachtvoll verzierten Herrenhäusern (Havelis) zu den Top-Reisezielen Indiens - auch der Massentourismus hat mittlerweile hierher gefunden. Dabei ist Jaisalmer für indische Verhältnisse eine recht mickrige Kleinstadt mit kaum 70.000 Einwohnern. Den Topblick auf Jaisalmer mit seinem Fort hat man vom Sunset Point aus.

Das Fort ist aus gelbem Sandstein auf einem etwa 100 m hohen Plateau über der Stadt erbaut. Auf diesem Plateau steht nicht nur der eigentliche Palast, sondern auch zahlreiche Wohnhäuser. Erst später entstanden unterhalb des Forts weitere Häuser.

Vor 20-30 Jahren muss Jaisalmer ein echter Geheimtipp gewesen sein. Das erzählten uns jedenfalls ältere Traveller. Heute wird Jaisalmer von allen Reiseveranstaltern im Rahmen einer Rajasthan Reise angefahren. Innerhalb des Fort beherbergt heute fast jedes Haus einen Souvenirladen.

Im Innern der Anlage hat man dann einen guten Ausblick auf die dicken Mauern und die Stadt.

Photographieren ist erlaubt, aber wie so häufig braucht man ein Kameraticket. Dies gilt auch dann, wenn man von einer der Terassen einen Blick auf die Stadt im Bild festhalten will.

Ausser dem Fort sind in Jaisalmer die alten Havelis sehenswert. Die meisten Havelis stammen aus dem 19. Jahrhundert und wurden von wohlhabenden Kaufleuten aus dem gleichen Sandstein erbaut wie das Fort.


Dieser Sandstein ist recht weich und lässt sich besonders gut bearbeiten - nirgendwo schufen die Steinmetzen so schöne Häuserfronten wie hier. Der Aussenbereich der Havelis ist mit prächtigen Erkern und Balkonen geschmückt.

Die Vorbauten bestehen komplett aus Stein - nur einige Fensterläden sind aus Holz.

 

Zum Abschluss des Tages ging es zuerst an einen kleinen See mit einem filigranen Pavillion etwas ausserhalb der Stadt und anschliessend zum Sunset-Point (s. erstes Bild von Jaisalmer).

Von Jaisalmer kann man ein- und mehrtägige Kameltouren in die Wüste machen. Wir verzichteten jedoch darauf und fuhren durch die Wüste (eigentlich ist es mehr eine Halbwüste mit immerhin einigen schönen Sanddünen) nach Jodhpur.

Jodhpur
Am Rand der Tharwüste liegt die Millionenstadt Jodhpur. Jodhpur wird überragend vom mächtigen Meherangarh-Fort. Wegen der zahlreichen blauen Häuser in der Altstadt nennt man Jodhpur auch die Blaue Stadt. Übernachtet haben wir in einem kleinen Hotel inmitten der Altstadt. Viele engen Altstadtgassen lassen sich nicht mit dem Auto befahren. Wir hätten den Weg zum Hotel ehe nicht gefunden - also riefen wir den Hotelbesitzer an, der uns mit dem Autoriksha abholte. Auch dieses einfache Hotel war recht urig eingerichtet.

Von der Dachterrasse unseres Hotels hatten wir einen Superblick auf die Altstadt mit ihren blauen Häusern und dem Fort.

In den blauen Häusern wohnten ursprünglich nur Brahmanen (also die höchste Priesterkaste). Angeblich soll die blaue Farbe zusätzlich Moskitos abwehren.

Das Meherangarh Fort von Jodhpur ist eine riesige Anlage mit zahlreichen verwinkelten Palästen und Innenhöfen. Die Besichtigung dauert mindestens einen halben Tag. Am besten, man leiht sich einen Audioguide (gibt es auch in Deutsch), dann kann man auf eigene Faust losziehen. Ganz am Anfang in einem der Eingangstore sind zahlreiche Handabdrücke eingelassen. Es ist ein Sati-Denkmal -die Handabdrücke stammen quasi als letztes Lebenszeichen von den Witwen der verstorbenen Herrscher. Anschliessend liessen sie sich auf dem Scheiterhaufen ihres verstorbenen Mannes mitverbrennen und wurden zu Satis. Noch 1953 soll eine Witwe diesen Feuertod gewählt haben.

Einen guten Blick auf die Eingangsanlage hat man von einem der zahlreichen Paläste.

Die Innenhöfe sind allesamt prächtig ausgeschmückt.

Am eindrucksvollsten sind jedoch die prunkvollen Gemächer. Bunte Glasfenster, prächtig verzierte Wände mit eingelassenen Bildern, holzgeschnitzte Decken - es wurde an nichts gespart.

Wir waren am späten Nachmittag mit der Besichtigung fertig. Dann hatten wir noch genug Zeit, vom Burgberg den Blick auf die Blaue Stadt zu geniessen - bis die Dämmerung hereinbrach.

Die Altstadt von Jodhpur ist ebenso sehenswert. Man kann sie eigentlich nur zu Fuss besichtigen. Der Markt wird heute um den von den britischen Kolonialherren erbauten Uhrturm abgehalten.

Auf dem Markt gibt es alles zu kaufen, was man im Haushalt braucht. Der Blick auf das Fort ist zusätzlich gratis.