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Wir haben unsere 10tägige Rajasthan-Rundreise mit dem eigenen gemieteten Auto (natürlich auch mit Fahrer) durchgeführt. Das Auto hatte ich von Mumbai aus gebucht - Bilal (meinFahrer in Mumbai) hatte Bekannte in Ajmer, die Wagen vermieteten. Die ganze Buchung lief von Mumbai aus - letztendlich hat alles geklappt, aber die Organisation war schon etwas nervig. Sämtliche Absprachen müssen mehrfach getätigt und bestätigt werden. Der Vermieter wollte die Hälfte des Mietpreises im voraus. Die andere Hälfte mussten wir dann während der Tour an unseren Fahrer abgeben - er hatte nämlich keinen Geld für Benzin dabei. Und dann rief der Vermieter in den ersten Tagen ständig mich auf meinem Handy an und erkundigte sich nach uns und nach seinem Auto - bis mir der Kragen platzte. Danach traute er sich nur noch, beim Fahrer anzurufen.

Zum Tourverlauf: Zunächst sind wir von Mumbai nach Jaipur geflogen (Jet Air). In Jaipur stand unser lokale Fahrer dann tatsächlich am Flughafen bereit - es konnte losgehen. Unsere Reiseroute: Jaipur - Ajmer - Pushkar - Deshnoke - Bikaner - Jaisalmer - Jodhpur - Ranakhpur - Mount Abu - Udaipur. Von Udaipur aus flogen wir zurück nach Mumbai - unser Fahrer fuhr dann allein nach Ajmer zurück.

Während einer Tour durch Rajasthan kann man an vielen Orten in echten alten Palästen übernachten. Diese Paläste sind nämlich häufig in Privatbesitz und wurden zu Hotels umgebaut. Wirklich toll dabei ist, dass es sich bei diesen Palasthotels oft nicht um teure Luxushotel handelt. Die meisten dieser Unterkünfte sind erschwinglich, wir haben 2006 zwischen 30 -50 Euro bezahlt. Ich habe die Kosten für unsere damaligen Hotels 2010 nochmal nachgesehen- für ein Doppelzimmer musste man jetzt zwischen 50-100 Euro berappen. Das ist immer noch billiger wie für ein Standard-Businesshotel in Mitteleuropa.

Jaipur
Übernachtet haben wir im Bissau Palace (trotz des Namens handele es sich um ein Mittelklassehotel), einem knapp 200 Jahre alten Haveli. Gebucht hatten wir schon von Mumbai aus.

Der Aufenthaltsraum ist wohl nicht orginal, aber zumindest einigermassen stilsicher eingerichtet.

Ein Restaurant gehört auch mit dazu.

Stadtbesichtigung in Jaipur: Das bekannteste Gebäude ist der Hawa Mahal (Palast der Winde). Es ist aber kein Palast, sondern eigentlich überwiegend eine Fassade. Es wurde 1799 gebaut, damit die Hofdamen nach draussen schauen konnten, ohne selbst gesehen zu werden. Den Palast kann man besichtigen, der Eingang ist in einer Seitenstrasse etwas versteckt.



 

 

Und so sieht der Blick aus dem Palast der Winde aus: ab und zu sieht man auch mal einen Elefanten im Strassenverkehr.

Von unten sieht das Bauwerk grösser aus, als es tatsächlich ist.

Guckt man genauer hin, erkennt man den Fassadencharakter.

Ganz in der Nähe befindet sich das Observatorium von Jai Singh II aus dem 18. Jahrhundert mit zahlreichen Sonnenuhren und astronomischen Apparaten in Häusergrösse. Der Mann war Hobbyastronom und hatte genug Geld und Platz für sein Hobby. Man sollte sich die Zeit nehmen, die Funktionsweise der Gebäude zu (die wie erwähnt komplexe Instrumente zur Sternbeoachtung, Sonnenuhren zur Zeitmessung etc darstellen) zu verstehen.

Danach sollte man den Stadtpalast besichtigen.

Hier stehen die angeblich (laut Guinessbuch der Rekorde) grössten Silbergefässe mit einem Fassungsvermögen von 8000 l. Sie sind erst gut 100 Jahre alt. Der damalige Herrscher Madho Singh reiste 1901 nach England. Die handlichen Gefässe, gefüllt mit Gangeswasser nahm er mit - sicher ist sicher. Was er sonst noch an Gepäck dabeihatte, wird nicht erwähnt.

Nicht nur Elefanten, sondern auch Kamele sieht man ab und zu im Strassenbild.

Während der Hauptverkehrszeit wird jede Lücke im Asphalt genutzt.

 


Ajmer
Ajmer ist der wichtigste muslimische Wallfahrsort in Indien. Hier ist der Sufi Chishti begraben (1139-1236 n.Chr.), der eine entscheidende Figur bei der Ausbreitung des Islams im heutigen Indien war. Der Grabbezirk (Dargah) ist eine Pilgerstätte für alle indischen Muslime. Bilal, mein indischer Fahrer in Mumbai, pilgert jedes Jahr nach Ajmer. Das ist die einzige Reise, die er sich gönnt - eine Tour nach Mekka ist für die meisten indischen Moslems nicht drin. Unser Fahrer für diese Rajasthan Tour stammte ebenfalls aus Ajmer. Den Grabbezirk kann man als Tourist besichtigen. Wir nahmen für die Besichtigung von Ajmer von unserem Hotel einen lokalen Führer mit. Der konnte zwar kein Englisch, führte uns aber durch alle wichtigen Ecken und hielt uns alle anderen echten und selbsternannten Guides vom Leibe. Zunächst mal ging es durch die Fussgängerzone zum Dargah.

Hier ist der Eingang zum Dargah. Die Besichtigung des Dargah ist wohl weltwelt die einzige Möglichkeit, eine derart wichtige muslimische Pilgerstätte als Nicht-Moslem zu besuchen. Dezente Kleidung wird natürlich erwartet (Schuhe am Eingang ausziehen, ausserdem erhält man eine Kopfbedeckung). Wenn man dann einen lokalen Guide hat, ist die Besichtigung (auch das Photographieren) überhaupt kein Problem, und man kann sich in Ruhe umsehen.

Innendrin gibt es zahlreiche Gebäude, Moscheen, Innenhöfe, wo sich die Gläubigen sammeln, beten, meditieren.

Immer wieder bringen Bedienstete für die Gläubigen frische Blüten an, die dann am Grab Shishtis niedergelegt werden

Zunächst waschen sich die Pilger vor Besuch der Moscheen und des Grabes.

Hier geht es zum Allerheiligsten.

Der Sarkophag befindet sich in einem weissen Marmorschrein. Hier herrschte eine drangvoll Enge und es bildeten sich lange Schlangen.

Es gibt mehrere Innenhöfe, die mit Tüchern vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind.

Ganze Clans kommen gemeinsam nach Ajmer.  Die Mehrheit der Frauen sind hier unverschleiert, nur wenige tragen die schwarze Burka mit einem Gesichtsschleier.

 

Hier steht ein grosser Kessel, wo Spendengelder hinterlassen werden können. Das Spenden von Almosen wird sehr ernst genommen.

Ausserhalb des Dargah gibt es in Ajmer noch die 2.5 Tage Moschee (im 12. Jahrhundert zerstört und angeblich in 2.5 Tagen wieder aufgebaut) zu besichtigen. Es ist sicherlich einer der schönsten frühislamischen Moscheen in Indien.

Sehr schön sind die kalligraphischen Bänder mit Inschriften aus dem Koran.

Pushkar
Keine 20 km von Ajmer entfernt liegt der hinduistische Wallfahrtsort Pushkar. Es geht die Legende, dass der Schöpfergott Brahma hier eine Lotusblüte fallengelassen hat. An der Stelle entstand ein kleiner See. Um diesen See herum gruppieren sich zahlreiche zahlreiche Tempel mit ihren Ghats. Wie in Varanasi sammeln sich die Pilger hier und vollziehen ihre rituellen Waschungen. Ein Bad im See reinigt von allen Sünden. An den Ghats selbst ist das Photographieren unerwünscht.


In Pushkar gibt es daher auch einen Brahma Tempel. Es gibt nur wenige Tempel in Indien, die dem Schöpfergott Brahma selbst gewidmet sind.

Eimal jährlich im November ist in Pushkar  ein grosser Kamelmarkt. Dazu gehörte ein grosser Jahrmarkt. Die jungen Mädchen (die rechte schon mit Tochter) wollten unbedingt photographiert werden - ohne Geld zu verlangen. Das ist mittlerweile eher die Ausnahme.

Die Stars des Kamelmarktes....

Abends trifft man sich dann wieder am See an den Ghats und geniesst die Dämmerung.

Von Pushkar ging es dann weiter Richtung Bikaner. 30 km südlich von Bikaner liegt Deshnoke. Der Ort ist durch seinen Karni Mata Tempel (auch Rattentempel genannt) bekannt.


Deshnoke
In diesem Tempel laufen Tausende von Ratten frei herrum. Allerdings sind es kleine indische Ratten, die kaum mehr als mausgross sind. Die Ratten gelten als Wiedergeburten von Dichtern und werden als heilig verehrt. Dementsprechend werden sie gefüttert und gepflegt. Das ganze ist schon ein bisschen skurril. Wer sich vor den Tierchen ekelt, sollte lieber draussen bleiben.

Über den Innenhof hat man Netze angebracht, damit Greifvögel sich nicht an den heiligen Ratten vergreifen. Die Pilger stehen geduldig Schlange vor dem Allerheiligsten...

...dem Karniji Schrein.

Die Ratten haben freien Auslauf im gesamten Tempelbereich. Sie sind gute Kletterer. Die Besucher dürfen sich nicht erschrecken, wenn sie plötzlich in Augenhöhe auf einem Sims oder auf einem Geländer auftauchen.

Die Ratten sind nicht aggressiv oder betteln um Nahrung - ihnen geht es einfach zu gut. Der Gestank hält sich in Grenzen - aber richtig gut riecht es auch nicht.

Weiter ging es nach Bikaner

Bikaner
In Bikaner haben wir im Bhanwar Nivas übernachtet - ein ehemaliges toprenoviertes Haveli.

Wir hatten Zimmer Nr. 4.

In Bikaner ist eigentlich nur der Stadtpalast  (Junagarh Fort) sehenswert. Der gehört jedoch zu den schönsten Palästen Rajasthans. Er liegt mitten in der Stadt in der Ebene und nicht wie die meisten anderen Paläste in Rajasthan auf einem Hügel oder Berg.

Der Palast wurde im 16. Jahrhundert erbaut.

Der Rundgang geht durch unzählige Innenhöfe und durch zahlreiche Prunk- und Empfangsräume mit aufwendig bemalten Wänden und Decken.

Hier posieren Birgit und ich.

Auch die drei Herren liessen sich gerne in den Palastgemächern photographieren. In Rajasthan tragen die Männer gerne ihren Turban, ansonsten verwenden in Indien nur Sikhs diese Kopfbedeckung.


Jaisalmer
Die alte Karawanenstadt Jaisalmer inmitten der Wüste Thar gehört mit ihrem riesigen Fort und ihren prachtvoll verzierten Herrenhäusern (Havelis) zu den Top-Reisezielen Indiens - auch der Massentourismus hat mittlerweile hierher gefunden. Dabei ist Jaisalmer für indische Verhältnisse eine recht mickrige Kleinstadt mit kaum 70.000 Einwohnern. Den Topblick auf Jaisalmer mit seinem Fort hat man vom Sunset Point aus.

Das Fort ist aus gelbem Sandstein auf einem etwa 100 m hohen Plateau über der Stadt erbaut. Auf diesem Plateau steht nicht nur der eigentliche Palast, sondern auch zahlreiche Wohnhäuser. Erst später entstanden unterhalb des Forts weitere Häuser.

Vor 20-30 Jahren muss Jaisalmer ein echter Geheimtipp gewesen sein. Das erzählten uns jedenfalls ältere Traveller. Heute wird Jaisalmer von allen Reiseveranstaltern im Rahmen einer Rajasthan Reise angefahren. Innerhalb des Fort beherbergt heute fast jedes Haus einen Souvenirladen.

Im Innern der Anlage hat man dann einen guten Ausblick auf die dicken Mauern und die Stadt.

Photographieren ist erlaubt, aber wie so häufig braucht man ein Kameraticket. Dies gilt auch dann, wenn man von einer der Terassen einen Blick auf die Stadt im Bild festhalten will.

Ausser dem Fort sind in Jaisalmer die alten Havelis sehenswert. Die meisten Havelis stammen aus dem 19. Jahrhundert und wurden von wohlhabenden Kaufleuten aus dem gleichen Sandstein erbaut wie das Fort.


Dieser Sandstein ist recht weich und lässt sich besonders gut bearbeiten - nirgendwo schufen die Steinmetzen so schöne Häuserfronten wie hier. Der Aussenbereich der Havelis ist mit prächtigen Erkern und Balkonen geschmückt.

Die Vorbauten bestehen komplett aus Stein - nur einige Fensterläden sind aus Holz.

 

Zum Abschluss des Tages ging es zuerst an einen kleinen See mit einem filigranen Pavillion etwas ausserhalb der Stadt und anschliessend zum Sunset-Point (s. erstes Bild von Jaisalmer).

Von Jaisalmer kann man ein- und mehrtägige Kameltouren in die Wüste machen. Wir verzichteten jedoch darauf und fuhren durch die Wüste (eigentlich ist es mehr eine Halbwüste mit immerhin einigen schönen Sanddünen) nach Jodhpur.

Jodhpur
Am Rand der Tharwüste liegt die Millionenstadt Jodhpur. Jodhpur wird überragend vom mächtigen Meherangarh-Fort. Wegen der zahlreichen blauen Häuser in der Altstadt nennt man Jodhpur auch die Blaue Stadt. Übernachtet haben wir in einem kleinen Hotel inmitten der Altstadt. Viele engen Altstadtgassen lassen sich nicht mit dem Auto befahren. Wir hätten den Weg zum Hotel ehe nicht gefunden - also riefen wir den Hotelbesitzer an, der uns mit dem Autoriksha abholte. Auch dieses einfache Hotel war recht urig eingerichtet.

Von der Dachterrasse unseres Hotels hatten wir einen Superblick auf die Altstadt mit ihren blauen Häusern und dem Fort.

In den blauen Häusern wohnten ursprünglich nur Brahmanen (also die höchste Priesterkaste). Angeblich soll die blaue Farbe zusätzlich Moskitos abwehren.

Das Meherangarh Fort von Jodhpur ist eine riesige Anlage mit zahlreichen verwinkelten Palästen und Innenhöfen. Die Besichtigung dauert mindestens einen halben Tag. Am besten, man leiht sich einen Audioguide (gibt es auch in Deutsch), dann kann man auf eigene Faust losziehen. Ganz am Anfang in einem der Eingangstore sind zahlreiche Handabdrücke eingelassen. Es ist ein Sati-Denkmal -die Handabdrücke stammen quasi als letztes Lebenszeichen von den Witwen der verstorbenen Herrscher. Anschliessend liessen sie sich auf dem Scheiterhaufen ihres verstorbenen Mannes mitverbrennen und wurden zu Satis. Noch 1953 soll eine Witwe diesen Feuertod gewählt haben.

Einen guten Blick auf die Eingangsanlage hat man von einem der zahlreichen Paläste.

Die Innenhöfe sind allesamt prächtig ausgeschmückt.

Am eindrucksvollsten sind jedoch die prunkvollen Gemächer. Bunte Glasfenster, prächtig verzierte Wände mit eingelassenen Bildern, holzgeschnitzte Decken - es wurde an nichts gespart.

Wir waren am späten Nachmittag mit der Besichtigung fertig. Dann hatten wir noch genug Zeit, vom Burgberg den Blick auf die Blaue Stadt zu geniessen - bis die Dämmerung hereinbrach.

Die Altstadt von Jodhpur ist ebenso sehenswert. Man kann sie eigentlich nur zu Fuss besichtigen. Der Markt wird heute um den von den britischen Kolonialherren erbauten Uhrturm abgehalten.

Auf dem Markt gibt es alles zu kaufen, was man im Haushalt braucht. Der Blick auf das Fort ist zusätzlich gratis.

 


Ranakhpur
Rajasthan weist zahlreiche Jain-Tempel auf. Die Jains sind nicht nur ausgezeichnete Kaufleute, sondern hatten in ihren Reihen auch hervorragende Baumeister und Steinmetze. Die schönsten Marmortempel von Rajasthan befinden sich in Ranakhpur und in Mount Abu. Ranakhpur fällt gegenüber Mount Abu etwas ab, aber es gibt hier einen Vorteil: in den Tempeln von Ranakhpur darf man photographieren, in Mount Abu nicht.

Der Tempel von Ranakhpur liegt dabei in einem Talkessel und entstand bereits im 15. Jahrhundert.

Der Türme des Tempels sind aufgesetzt, es ist eine offene Anlage.

Dieser Marmortempel wird von insgesamt 1440 Säulen getragen, von denen jede verziert ist. Die Steinschnitzerein sind dabei von ausgezeichneter Qualität.

Die Priester im Tempel tragen alle Mundschutz. Er schützt davor, aus Versehen Insekten zu verschlucken und zu tüten.

 

Mount Abu
Mount Abu liegt auf 1200 m Höhe ganz im Süden von Rajasthan nahe der Grenze zu Gujarat inmitten einer Seen- und Hügellandschaft. Es ist ein beliebtes Ziel der indischen Touristen, vor allem für Hochzeitsreisende. Auch vergnügungssüchtige junge Leute aus Gujarat kommen gerne hierher - in trockenen Gujarat herrscht Alkoholverbot. Wir haben im Jaipur House übernachtet. Dieses Hotel ist der renovierte Sommerpalast des Maharadjas von Jaipur.

Vom Turm hatte man den besten Blick auf den Nakki Lake von Mount Abu.

Die europäischen Touristen kommen nicht wegen der frischen kühlen Luft nach Mount Abu, sondern wegen des Dilwara Tempels. Er liegt einige km ausserhalb und ist mit Abstand der prächtigste jainistische Marmortempel von Rajasthan und ganz Indien. Ich behaupte sogar, dass sich eine Rajasthan Tour alleine wegen des Jain-Tempel von Mount Abu lohnt. Es gibt nur ein kleines Problem: im Tempel herrscht striktes Photographierverbot -und das wird auch rigoros überwacht. Daher gibt es hier keine Photos vom Tempel.

Von Mount Abu ging es dann nach Udaipur der letzten Station unserer Rajasthan Tour.


Udaipur
Udaipur liegt sehr schön in einer hügeligen Landschaft an einem See. Wie die meisten anderen Städte Rajasthan hat auch Udaipur eine Reihe von sehr schönen Palästen. Dazu kommt noch eine landschaftlich schöne Umgebung und nicht zuletzt wohl das beste Hotel Indiens - das Taj Lake Palace.  Bilder von Udaipur hat fast jeder von uns schon gesehen - einige Szenen aus dem James Bond Film "Octopussy" wurden hier gedreht. Man braucht sich den Film nicht vorher anzuschauen - in Udaipur hat man in vielen Restaurants jeden Abend Gelegenheit dazu.

Übernachtet haben wir in einem Hotel, was direkt am Pichola See lag. Hier begannen wir auch mit unserem Stadtrundgang. Die Silhouette von Udaipur wird vom mächtigen Stadtpalast beherrscht, der direkt am See etwas erhöht auf einem Felsen errichtet wurde.

Am Stadtpalast hat man jahrhundertelang gebaut - im 16. Jahrhundert fing man an. Man kann nur einen Teil der ganzen Anlage besichtigen, der heutige Maharaja wohnt noch hier. Im Komplex wurde auch ein Luxushotel hineingebaut.

An der Aussenfassade springt das goldene Sonnenemblem ins Auge - es ist das Wahrzeichen des Herrscherhauses Mewar, das noch heute im Besitz des Palastes ist.

Aus den Palastfensten hat man einen weiten Blick in die Neustadt und...

...auf den Pichola See mit der Jagniwas Insel, die nur ca. 300 m vom Ufer entfernt liegt. Auf dieser Insel erbaute 1754 Maharadscha Jagat Singh II seinen Sommerpalast, der heute die ganze Insel bedeckte. Heute beherbergt der Sommerpalast das Taj Lake Palace Hotel.

Auch die Erbauer des Stadtpalastes hatten genügend Geld für gute Innenarchitekten, die einige Prunkräume schufen.

Ausserdem schufen sie feine Marmorornamente an den Aussenwänden der Innenhöfe.

Die dreien Pfauen sind aus Tausenden von bunten Glassteinen zusammengesetzt.

In einem Raum im Innern findet man auch das Sonnenemblem mit Strahlenkranz wieder.

Nachdem wir uns im Stadtpalast  und der umliegenden Altstadt müde gelaufen hatten, war es Zeit für eine Bootstour auf dem Pichola See. Bootstouren werden von vielen Stellen aus angeboten. Normalerweise dauert die Tour gut eine  Stunde und schliesst die Besichtigung des Jagdish Tempel auf der gleichnamigen Insel mit ein.

Der Pichola See trägt entscheidend zur idyllischen Lage bei und verleiht Udaipur sein besonderes Flair. Der See ist heute bedroht - zum einen durch Abwasser und Müll, zum anderen sinkt der Wasserspiegel in trockenen Jahren bedrohlich. Am Ufer wird trotzdem noch Wäsche gewaschen.

Auf der Jagdish Insel legen die Boote einen kurzen Stopp ein, damit man den Tempel besichtigen kann. Die steinernen Elefanten scheinen dabei die Besucher zu begrüssen.

Von der Jadish Insel hat man eine gute Übersicht auf die Altstadt mit dem Stadtpalast.

Zur anderen Seite hin erkennt man den in etwa 5 km entfernten Hügel mit dem Monsunpalast.

Nach Abschluss des Bootstour mieteten wir uns eine Autoriksha und fuhren dorthin. Bis zum Monsunpalast braucht man mit der Riksha fast eine Dreiviertelstunde. Oben ist die Luft angenehm und man hat einen tollen Blick auf Udaipur.

Der Palast selbst ist eine Ruine. Es kann durchaus sein, dass sie einem bekannt vorkommt - neben den Altstadtgassen und dem Lake Palace Hotel wurden hier oben Szenen für den James Bond Film gedreht.

Nach zwei Tagen in Udaipur endete dann unsere Rajasthan-Rundreise - wir flogen von hier mit Jet Air nach Mumbai zurück.