Start Maharashtra Aurangabad und die Höhlen von Ajanta und Ellora

Aurangabad

Eines der Highlights von Maharashtra sind die Höhlen von Ajanta und Ellora in der Umgebung von Aurangabad.

Jet-Air fliegt von Mumbai aus täglich nach Aurangabad, das etwa 400 km nordöstlich von Mumbai liegt. Mit dem Auto benötigt man 10-12 Stunden. Aurangabad hat zwar knapp eine Million Einwohner, wirkt im Vergleich zu Mumbai aber wie eine Kleinstadt. In den meisten Reiseführern wird die Stadt als zersiedelt beschrieben, aber das trifft eigentlich auf alle indische Städte zu. Den Namen erhielt es vom letzten Grossmogul Aurangzeb, dem Sohn von Shah Jahan.

Sehr angenehm ist das Klima, warm, aber nicht schwül wie in Mumbai....und Aurangzeb hat der Stadt einige nette Sehenswürdigkeiten hinterlassen: als erstes ist hier natürlich das Bibi-ka-Maqbara -auch als Baba-Taj bekannt- zu erwähnen.

Das ganze Bauwerk mit der Gartenanlage erinnert auf den ersten Blick ans Taj Mahal. In der Tat kann man das Baby Taj nicht mit dem echten Taj Mahal vergleichen. Das liegt einfach daran, dass Aurangzeb im Gegensatz zu seinem Vater Shah Jahan sehr sparsam war. Aurangzeb musste mit ansehen, wie sein Vater Shah Jahan für sein Taj Mahal über Jahre das Mogulreich bis an den finanziellen Ruin brachte. Er sorgte dann dafür, dass Shah Jahan abgesetzt wurde und ins Gefängnis wanderte. Aber auch Aurangzeb wollte seiner Frau Rabia-du-Durani ein etwas bescheideneres Denkmal setzen und errichtete eben jenes Baby-T aj.

Auf den zweiten Blick sieht man, dass an allen Ecken gespart wurde: statt Marmor überzog man die Steinmauern mit weissem Putz überzogen, der heute abblättert. Auch die Proportionen sind nicht so ausgeklügelt wie im Taj.


Trotzdem ist die Anlage sehenswert, an einigen Stellen sind sehr schöne Stuckarbeiten, ausserdem sind die wenigen Besucher unter sich, es gibt keine nervigen Händler und der Eintritt kostet nur ein Bruchteil vom Taj.


Aurangzeb selbst ist nicht im Bibi-ka-Maqbara begraben, sein Grab liegt aber ganz in der Nähe in einer bescheidenen Anlage:



Die Höhlen von Ajanta

Die buddhistische Klosteranlage von Ajanta liegt 100 km nördlich von Aurangabad. Die UNESCO-Weltkulturerbestätte Ajanta besteht aus ca. 30 Höhlen, die oberhalb des Waghoraflusses an einer hufeisenförmigen Flussbiegung liegen. Neben Sanchi ist Ajanta die bedeutendste buddhistische Pilgerstätte Indiens. Daher wird Ajanta nicht nur von westlichen Touristen, sondern auch von asiatischen Pilgern vor allem aus China und Japan besucht. Auch die einheimischen Touristen kommen am Wochenende gerne nach Ajanta, gegen Mittag wird es oft sehr voll.

Besucher, die nicht gut zu Fuss sind, können sich tragen lassen.

Von einem Aussichtspunkt hat man eine gute Übersicht auf die gesamte Anlage.

Berühmt ist Ajanta wegen seiner Höhlenmalereien aus dem 5.-7. Jahrhundert. Fur die Besichtigung der Höhlen gilt das übliche Ritual: Schuhe müssen ausgezogen werden und Blitzlicht ist nicht erlaubt. Die grösseren sind einigermassen beleuchtet, aber eine Taschenlampe ist empfehlenswert. Da die Höhlen recht klein sind, wird die Besichtigung bei starkem Besucherandrang stressig.



Es gibt insgesamt 5 teilweise recht grosse Chaitya-Hallen mit Säulenreihen an den Seiten. Eine davon enthält die Skulptur eines liegenden Buddhas.



Ellora

Ellora liegt nur knapp 30 km nordwestlich von Aurangabad. Dort gibt es Höhlen von drei verschiedenen Religionen: am bedeutendsten sind die hinduistischen Felsbauwerke, daneben gibt es bedeutende buddhistische Höhlen sowie einige sehr schöne Felsentempel der Jains.

Ellora ist im Vergleich zu Ajanta später entstanden - die wichtigsten Bauwerke entstanden im 8. - 9. Jahrhundert n.Chr.

Das absolute Highlight in Ellora ist der Kailash Tempel. Von unten wirkt das ganze nicht ganz so spektakulär. Erst bei genauem Hinsehen erkennt, dass die ganze Tempelanlage durch Abtragung des Gesteins entstanden ist.

Der Tempel besteht aus einem einzigen Block mit den Massen 60 X 90 m mit einer Tiefe von ca. 30 m und ist komplett aus dem Felsen herausgearbeitet. Man kann daher von oben auf die Anlage schauen:


Ebenso wie Ajanta besteht auch Ellora aus mehr als 30 Höhlen. In vielen Höhlen warten Führer und weisen auf besonders schöne Skulpturen hin. Anstelle von Taschenlampen sind sie mit grossen dünnen Metallplatten bewaffnet, die als Lichtspiegel benutzt werden.