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Ladakh
Von Leh nach Manali
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Eine Woche in Ladakh

Ladakh ist Teil des Bundesstaates Jammu & Kashmir. Es ist z.Zt. der einzige Teil, der gefahrlos zu bereisen ist. Eigentlich schade, da Kaschmir touristisch sehr viel zu bieten hätte.

Ladakh unterscheidet sich total vom Rest Indiens. Ladakh liegt im Hochgebirge. Schon die Hauptstadt Leh liegt auf 3300 m Höhe. Die beste Reisezeit ist im Juli/August - da ist sowieso im Rest des Landes Regenzeit. Auch dann kann es kühl werden, vor allem nachts. Hindus sieht man wenig -die Mehrheit der Bevölkerung sind Ladakhis und gehören dem  tibetischen Buddhismus an. Inländische Touristen gibt es auch kaum, die Fremden kommen aus Europa, Australien oder Amerika.

Die Strasse von Leh nach Manali führt über mehrere bis zu 5300 m hohe Pässe durch eine spektakuläre Hochgebirgslandschaft und dauert zwei Tage. Hier liegen die höchsten Pässe weltweit, die mit normalen PKWs befahren werden können.Die Strecke ist nur während der Sommermonate befahrbar. Die tibetischen Klöster sind sehenswert. Der tibetische Buddhismus hat sich hier ungestört entwickelt können. Viele der Klöster lassen sich besichtigen und die Mönche sind sehr nett und gastfreundlich.

Praktische Hinweise: Wir sind von Delhi nach Leh geflogen mit Jet-Air. Die Flüge sind schnell ausgebucht- unbedingt vorausbuchen. Der Flug geht frühmorgens gegen 6 Uhr los. Es gibt mehrere Besonderheiten für diese Flugstrecke: zum einen können die Maschinen nicht so voll beladen werden wegen der Höhenlage von Leh. Das führt dazu, dass oft nicht alles Gepäck mitkommt. Vorrang haben dann Reisegruppen. Wir hatten zwar Businessclass für den Flug (weil Economy schon monatelang ausverkauft war), aber unser Gepäck blieb trotzdem in Delhi. Es empfiehlt sich daher so zu packen, dass man mal 1-2 Tage ohne Koffer auskommt. Bei uns hiess es, das Gepäck komme am gleichen Abend, dann am nächsten Mittag....letztendlich kam es 2 Tage später per LKW aus Srinagar und wurde direkt ins Hotel geliefert. Der Flug selbst ist spektakulär, die Piloten werden für die Landung in Leh speziell geschult. Beim Landeanflug muss der Pilot ins recht enge Industal rein, eine Schleife drehen und dann muss er runter... durchstarten ist schwierig, weil eine Bergwand im Weg ist, er hat daher nur einen Landeversuch..Aber soweit wir gehört haben, ist noch nie war passiert. Bei schlechtem Wetter fallen die Flüge aus.

In Leh merkt man bei der Ankunft die Höhe, 1-2 Tage braucht man zur Gewöhnung. Wir waren einige Tage in Leh und haben Tagesausflüge zu einigen Klöstern gemacht. Danach haben wir einen Wagen gemietet (ging problemlos über das Hotel) und sind in zwei Tagen von Leh nach Manali gefahren. Für die Tour sollte man ein verkehrssicheres Auto mit einem vernünftigen Fahrer haben. Wir haben den Fahrer genommen, den wir auf den Tagesausflügen von Leh aus hatten und schon kannten. Nachdem wir den Ausflug nach Lamayuru gemacht hatten, wussten wir, dass wir unserem Fahrer vertrauen konnten. Die Strecke von Leh nach Manali ist spektakulär, ws Landschaft und Streckenführung angeht. An einigen Stellen ist fährt man direkt am Abgrund. Übernachtet wird auf halber Strecke in einem Zeltlager auf 4400 m Höhe. Nachts braucht man keine AC, sondern eine Wolldecke - Temperaturen um 0-10°C im Juli sind normal. Von Manali ging es dann per Bus zurück nach Delhi. Die Busse starten nachmittags gegen 16.00 Uhr in Manali. Wir waren am nächsten Tag etwas verspätet nach 20 Stunden Fahrt mittags in Delhi und flogen dann direkt nach Mumbai zurück

Leh
Leh liegt in einem Seitental, das vom eigentlichen Industal abgeht auf 3500 m Höhe. Das Städtchen besteht im Zentrum aus Souvenirläden (vor allem von Kashmiris) und zahlreichen Fressbuden. Es gibt u.a. eine gute deutsche Bäckerei mit Kuchen, italienische, tibetisches Restaurants. Auch indische Restaurants gibt es - da waren wir aber nicht, wir brauchten mal eine kleine Pause vom indischen Essen.

Die Stadt wird überragt vom Palast, der ehemalige Sitz der Könige von Ladakh.

Umgebung von Leh: Leh war für uns der Ausgangspunkt für zwei Ausflüge. Am ersten Tag besichtigten wir mehrere tibetische Klöster, die im Umkreis von 50 km im Industal liegen. Am zweiten Tag fuhren wir zum Kloster Lamayuru, das 130 km östlich von Leh mitten in den Bergen liegt.

Als erste Kloster von Leh aus kommt nach 15 km die Anlage von Shey. Das Kloster Shey liegt etwas oberhalb der Hauptstrasse. Gebetsfahnen gehören zu jeder Klosteranlage dazu.

Im Innern kann man eine grosse Buddha-Statue besichtigen, die sich über zwei Stockwerke erstreckt.

Von hier hat man auch einen weiten Blick ins Industal.

Wenige Kilometer von Shey entfernt liegt das Kloster Tikse. Die Klosteranlage auf einem Hügel sieht aus wie eine kleine Kopie vom Potala-Palast in Lhasa.

Am Klostereingang steht eine grosse Gebtetsmühle.

Tikse gehört zum Gelbmützenordern, zu dem auch der Dalai Lama gehört. Hier wurde 1980 vom Dalai Lama ein Schrein geweiht, der um einen grossen Buddha gebaut wurde.

Der Buddha selbst ist 16 m hoch, ruht im Lotussitz.

Neben Buddha steht eine Statue von Guru Rinpoche (auch Padmasambhava genannt), der angeblich den Buddhismus im 8. Jahrhundert in den Himalaya brachte.

Beim Verlassen des Klosters kamen uns auch zwei Mönche entgegen, die die traditionellen gelbe Kopfbedeckung trugen.

In der Nähe der Klöster sieht man oft Stupas. Diese Stupas (tibetisch auch Tschörten genannt) birgen stets eine Reliquie.

Diese Stupas stehen in der Nähe des nächsten Klosters - Hemis.

Direkt neben dem Kloster liegt ein kleines Dorf.

Die Buddhastatue von Hemis ist bedeutend kleiner als in den beiden ersten Klöstern.

Vom Dach des Klosters überblickt man die ganze Anlage.

Auf dem Rückweg nach Leh hielten wir noch kurz am Stokpalast. Das ist die offizielle Residenz der Könige von Ladakh gewesen. Der Palast beherbergt eine interessante Sammlung an Thankas (buddhistischen Rollbildern) aus dem 16. Jahrhundert -Photographieren verboten.

Tagesausflug nach Lamayuru
Am nächsten Tag fuhren wir von Leh nach Lamayuru. Das Kloster in Lamayuru gilt als eines der bedeutendsten Klöster in Ladakh und liegt zudem in einer recht spektakulären Landschaft.

Die Strasse verläuft dabei -häufig auf halber Höhe direkt am Abgrund- durch eine extrem trockene Bergregion mit vielen Geröllfeldern.

Hier wurden gerade Felsbrocken von der Strasse entfernt.

Nach gut zwei Stunden kam dann endlich das Kloster Lamayuru in Sicht.

Im Kloster Lamayuru leben noch zahlreiche Mönche. Die westlichen Touristen werden ins Kloster gelassen, dürfen alles anschauen und photographieren (ohne Blitzlicht) ist auch erlaubt. Wir fragen uns nur, ob das bei dem immer grösseren Ansturm von Touristen auf die Klöster das in den nächsten Jahren auch so bleiben wird.

Die Besichtigung endete ganz oben auf der Dachterrasse.

Das Kloster liegt in einer ziemlich trockenen Mondlandschaft. Umso stärker ist der Kontrast zum grünen Tal - hier ist wegen des Flusses eine Bewässerung möglich.

Auf dem Rückweg sahen wir noch diese drei jungen Frauen. Zwei von ihnen tragen die traditionelle Kopfbedeckung, auf die zahlreichen Türkise genäht sind. Diese Hüte gelten als Mitgift der Frau. Die drei liessen sich nicht nur photographieren (ohne Geld zu verlangen), sondern lächelten dabei noch die ganze Zeit.