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Von Leh nach Manali
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Von Leh nach Manali
Wir wollten Ladakh auf dem Landweg verlassen. Die etwa 600 km lange Strecke zwischen Leh und Manali führt über mehrere bis zu 5300 m hohe Pässe durch eine spektakuläre Hochgebirgslandschaft. An einem Tag ist die Strecke nicht zu schaffen, man muss eine Übernachtung einplanen.

Etwa 50 km hinter Leh beginnt die Hochgebirgsstrecke.

Der erste Pass, der von Leh aus überquert werden muss, ist gleichzeitig der höchste: die Tanglang Passhöhe liegt auf 17582 Fuss (5359 m).

Das ist der zweithöchste Pass, der mit einem Auto weltweit befahrbar ist. Der höchste Strassenpass (5600 m) liegt ebenfalls in Ladakh...

Oben angekommen, schnappten wir nach Luft. Die Temperatur betrug 8 °C und die Gebetsfahnen knatterten im Wind... Der Fahrer nutzte die kurze Pause für ein Gebet. Angesichts des Strassenverlaufs mit einigen Passagen direkt am Abgrund konnte das auch nicht schaden.

Vom Tanglangla ging es wieder etwas abwärts, aber die Strasse blieb immer oberhalb der 4000 m Marke.

Stundenlang fuhren wir durch eine baumloses trockenes Plateau.

Ortschaften gibt es im ersten Teil der Strecke keine - nur einige kleinere Zeltlager, wo man Getränke und eine heisse Suppe bekam.

Dann begann der Anstieg zum nächsten Pass.

Der Lachulungpass liegt 16616 Fuss hoch (5064 m).

Danach ging es langsam abwärts. Der Nakeelpass zum Abschluss des ersten Tages lag nur noch auf 15547 Fuss (4739 m).

Bald darauf erreichten wir unser Zeltlager. Innerhalb weniger Kilometer hat man mehrere davon errichtet. Hotels oder feste Häuser gibt es nicht - wenn man von Leh nach Manali fährt, muss man eine Nacht auf 4400 m Höhe im Zelt verbringen. Die Ladakhis betreiben die Zeltlager so von Mai bis September. Die Temperaturen in der Nacht lagen so knapp über dem Gefrierpunkt. Die Zelte waren mit warmen Wolldecken ausgerüstet. Wir behielten dennoch einen Grossteil unserer Kleidung an.

Am nächsten Tag änderte sich das Wetter. Es wurde feuchte und regnerischer. Noch ein drittes und letztes Mal wurde die 5000 m Marke troffen (Baralachapass 16500 Fuss, 5029m).

Nebelbänke kamen auf und der Verkehr (fast nur Lastwagen, Militärtransporte und westliche Touristen) wurde auch dichter.

Oben auf den Bergen waren jetzt vereinzelt Gletscher und Schneereste zu sehen.

Am frühen Nachmittag war der letzte Pass vor Manali erreicht: der 13050 Fuss (3978m) hohe Rohtangpass.

Auf der Passhöhe standen einige gesattelte Pferde. Was machten die da? Die Erklärung ist einfach: der Rohtangpass ist der Endpunkt für viele indische Reiseveranstalter. Sie fahren ihre Kunden hier hoch, weil hier oben ganzjährig Schnee liegt. Die meisten indischen Touristen sehen hier zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee - falls sie sicht nicht schon vorher eine Reise in die Schweiz geleistet haben. Oben auf dem Pass lässt man sich dann eben mal auf dem Pferderücken kurz durchfrieren.

Dann posiert man stolz vorm Schnee.

Vom Rohtangpass aus war es nicht mehr weit nach Manali. Nach einstündiger Serpentinenfahrt passierten wir die Baumgrenze und wenig später war Manali erreicht. Manali liegt im indischen Bundesstaat Himalal Pradesh auf nur noch 1900 m Höhe. Die Umgebung erinnerte stark an den Hochschwarzwald.

In Manali ruhten wir uns aus. Am nächsten Tag fuhr nachmittags der Bus nach Delhi ab. Er sollte eigentlich am nächsten Morgen in Delhi sein, hatte aber einige Stunden Verspätung. Mittags waren wir aber dann aber doch in Delhi. Wir fuhren direkt zum Flughafen und konnten wir am gleichen Tag nach Mumbai zurückfliegen.