Start Westbengalen Darjeeling

Darjeeling
Der Ort, der allen Teetrinkern weltweit ein Begriff ist, liegt etwa 800 km nördlich von Kalkutta an den Ausläufern des Himalayas. Von Mumbai flogen wir nach Kalkutta und von dort weiter nach Bagdogra (Jet air). Bagdogra Airport liegt mitten in der Pampa. Von hier muss man mit dem Auto weiterfahren. Wir hatten das Windamere Hotel in Darjeeling gebucht, ein Wagen vom Hotel holte uns in Bagdogra ab. Der Transfer nach Darjeeling dauerte knapp zwei Stunden. In Darjeeling hatten wir das Windamere Hotel gebucht. Das ist das berühmteste Hotel dort, es liegt etwas ausserhalb des Ortes am Hang. Das Windamere stammt aus dem 19. Jahrhundert und war ursprünglich ein Heim für die britischen Teeanbauer. Hier wird britische Lebensart zelebriert - nicht nur beim nachmittäglichen Tee. Die meisten Zimmer verfügen über einen Kamin, der abends angeheizt wird. Das war sehr angenehm, weil es abends doch recht kühl wurde.

Das hat freilich seinen Preis. Aber wir mussten uns sowieso wieder an Europa und die Übernachtungspreise dort gewöhnen.Vom Hotel aus hat man einen schönen Blick auf die Berge. Da wir im Juli hier waren, war gerade Monsunzeit. Es regnete zwar nicht viel, aber dafür waren die Berge fast immer in Wolken gehüllt.

Was kann man in Darjeeling unternehmen? Als erstes gingen wir zum Bahnhof. Darjeeling ist die Endhaltestelle der Darjeeling Himalayan Railway. Die 88 km lange Bahnstrecke verläuft von Siligiuri bis eben hierher. Diese Schmalspurbahn wurde bereits 1891 gebaut und fährt bis heute. Seit 1999 gehört die Bahn zum Unesco-Weltkulturerbe. Nur hartgesottene Bahnliebhaber tun sich die ganze Strecke von oder nach Siligiuri an. Wir machten es wie die meisten Touristen und fuhren nur die 7 km von Darjeeling bis Ghoom.

Die Wagen sind jahrzehnte alt - oder zumindest antik restauriert. Wenn man die blaue kleine Dampflokomotive sieht, wird klar, warum das Bähnle auch "Toy Train" genannt wird.

Die Bahn verläuft parallel zur Strasse. Für die sieben Kilometer braucht der Zug fast 50 Minuten und ist kaum schneller wie ein Fussgänger. Aber dafür hatte man ständig schöne Ausblicke, die in der Trockenzeit wohl noch viel besser sind. Aber dafür war der Zug fast leer.

Das Städtchen Darjeeling selbst ist ganz nett. Der zentrale Platz ist verkehrsberuhigt - was in Indien keine Selbstverständlichkeit ist.

Hier gibt es eine bedeutende tibetische Minderheit mit eigenen Tempeln. In diesem Tempel wurden wir richtig erschreckt. Nicht von den dargestellten Fabelwesen und Drachen, sondern von einem Affen.

Einer von der Affenbande machte urplötzlich einen Sprung in meine Richtung. Ich zog schnell den Kopf ein und mich selbst etwas zurück. Der Affe wollte mich nur ärgern oder ich war dem kleinen Affenbaby zu nahe gekommen, das in den Gebetsfahnen rumturnte. Glück gehabt - Affenbisse sind nicht ungefährlich wegen Infektionsgefahr und Übertragung von Bakterien und Viren.

Natürlich haben wir uns in Darjeeling auch eine Teeplantage angeschaut. Diese Plantage war sogar  vom deutschen TÜV nach ISO-9001 zertifiziert.  In der Probierstube war allerdings niemand. Das war auch nicht schlimm - wir sind nicht die grossen Teeliebhaber, bevorzugen eher Kaffee. Der indische Tee wird stark gesüsst und mit reichlich Milch versetzt. Mit dem Darjeeling-Tee, den wir in Deutschland kennen, hat das wenig zu tun.

Dafür konnten wir in aller Ruhe durch die Teeplantage spazieren.

Darjeeling hat einen schönen Zoo. Hier werden die vom Aussterben bedrohten Roten Pandas gezüchtet.

Neben dem Zoo befindet sich das Himalayan Mountaineering Institut. Hier gibt es eine Ausstellung über das Bergsteigen im Himalaya. Der Sherpa Tensing Norgay (1914-1986), der Edmond Hillary bei der Erstbesteigung des Mount Everest 1953 begleitete, lebte in Darjeeling und war der erste Direktor des Institutes.