Start Tamil Nadu Von Chennai nach Madurai

Praktische Hinweise zu dieser Tour: Wir- Birgit, meine Eltern und ich - haben alles selbst organisiert, sind erst von Mumbai mit Indian Airlines via Raipur nach Bhubanesvar geflogen, nach einem Aufenthalt dort weiter nach Chennai. Bereits in Mumbai hatten wir mit Hilfe eines Arbeitskollegen, der aus Chennai stammt, für 5 Tage ein Auto mit Fahrer gebucht. Die Strecke hatten wir festgelegt, von Chennai über Tanjavur nach Madurai. Von Madurai sind wir mit Jet Air zurück nach Mumbai geflogen, der Fahrer brachte den Wagen dann leer nach Chennai zurück, dafür wird dann eine kleine Extragebühr fällig. Als Wagen hatten wir einen Toyota Qualis, das ist der Standardvan. Grundsätzlich ist ein eigenes Auto mit Fahrer die einfachste und bequemste Variante für eine Rundreise. Aber bedenken sollte man folgendes: die wenigsten Fahrer können Englisch. Unser Fahrer konnte nur ein paar Brocken, die Verständigung war mühsam. Nachdem er einen Hund auf der Strasse überfahren hatte (obwohl Bremsen möglich gewesen wäre), war er nicht nur bei meiner Mutter unten durch. Wir hatten das Jaulen des Hundes (er war nicht gleich tot) noch stundenlang im Ohr, aber ihm war es völlig gleichgültig. Er war schon ortskundig. Probleme gab es aber immer dann, wenn er irgendwo hinfahren sollte, was er nicht kannte. Er hatte gewisse Vorstellungen, was europäische Touristen sehen wollten und sollten und brachte uns dann zunächst dahin. Da wir aber nicht unbedingt alle katholischen Kirchen auf der Strecke sehen wollten, wurde es manchmal mühsam. In Pondicherry - eine Enklave mit französischer Vergangenheit -sollte es laut Reiseführer noch französische oder zumindest europäische Restaurants geben - er kannte aber nur indische...Jeder Autoverleiher hat zudem noch "seine" Hotels auf der Strecke, in denen er seine Kundschaft unterbringen möchte. Das ist im Prinzip ja auch o.k., wenn man nichts vorgebucht hat so wie wir. Nachdem aber in unserem "Mittelklassehotel" in Tanjavur beim Abendessen Ganeshas Vehicle (also eine Ratte) vorbeischaute, haben wir die Auswahl der Hotels dann selbst in die Hand genommen. In Madurai waren wir dann im Taj Garden Hotel, das sehr schön inmitten tropischer Vegetation auf einem Hügel liegt - ein Doppelzimmer kostete ca. 100 Euro....aber die Anlage war jeden Cent wert.

Mahaballipuram (Mamallapuram)

Erste Station der Tour ist Mahaballipuram, ca. 60 km südlich von Chennai. Mahaballipuram liegt direkt am Meer und ist einer der wenigen Orte, wo man beides hat: einen schönen Strand zum Abhängen und kulturelle Top-Sehenswürdigkeiten gleich nebenan.
Eines der grössten Felsreliefs überhaupt weltweit zeigt die sogenannte Herabkunft des Ganges. Eine natürliche Vertiefung soll das Bett des Ganges darstellen. Im Flussbett erkennt man Schlangen (Nagas) und Tiere und Menschen auf beiden Seiten sind dem Ganges zugewandt.



Das Felsrelief ist etwa 32 m lang und 15 m hoch.



In Mahaballipuram findet man auch die sogenannten Rathas. Die Rathas sind kleine Tempel, die aus dem Fels geschlagen wurden, also aus einem Stück besteheh. Die Rathas wurden in verschiedenen Baustilen angelegt. Man scheint hier also einige Miniaturtempel als Modelle geschaffen zu haben.

Das Model im unteren Bild wird als der Prototyp des südindischen Tempels angesehen.




 

Tanjavur

Der Brihadishvara-Tempel von Tanjavur ist einer der spektakulärsten und höchsten Tempel im südindischen Stil. Vor der Besichtigung sollte man sich erstmal vom Tempelelefanten segnen lassen. Der Segen kostet 1 Rupien, mit Bild wurden 10 Rupien verlangt (Stand Februar 2006).



Der eigentliche Tempel ist 66 m hoch und wird von einem 80 Tonnen schweren Kuppelstein gekrönt. Wie der Stein hinaufgelangte, ist noch unklar.



In der Tempelanlage steht auch der zweitgrösste Nandi, Shivas Reittier.




Unterwegs sieht man regelmässig verunglückte Fahrzeuge, hauptsächlich Lastwagen.  Wenn etwas passiert, werden die verunglückten Fahrzeuge nicht gleich gesichert oder entfernt, sondern bleiben manchmal tagelang stehen oder liegen. Dieser im Bild war scheinbar mit seiner Ladung irgendwo im Baum hängengeblieben und umgekippt.



Madurai

Wir waren auf jeden Fall froh, als wir am Endpunkt unserer Tour in Madurai ankamen. Madurai ist auf jeden Fall eine Reise wert. Der Minakshi-Tempel in Madurai ist wohl der spektakulärste südindische Tempelanlage. Minakshi, der der Tempel gewidmet ist, soll angeblich eine vorhinduistische Lokalgottheit gewesen sein und wurde dann mit Parvati - Shivas Gattin- gleichgesetzt. Die Tempelanlage stammt aus dem 16. Jahrhundert. Vier um die 50 m hohe Gopurams (Tempeltürme) stehen an den Ecken der rechteckigen Anlage. Die Gopurams sind von oben bis unten mit Götterstatuen geschmückt.